Spanien auf dem Jakobsweg von El Ganso bis Cacabelos

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Auf dem Jakobsweg von El Ganso bis Cacabelos

Der Jakobsweg birgt viele Überraschungen. Meistens sind es zum Glück schöne. Zum Beispiel interessante Begegnungen mit anderen Pilgern, schöne Herbergen, noch schönere Landschaften oder alte Städte.

Von hier aus sind noch 222 Kilometer bis zum Ziel Santiago de Compostela (Foto: Eva Klassen)

Doch der Weg des heiligen Jakobus ist mitunter auch beschwerlich: wenn zum Beispiel Blasen die Füße plagen, die Knie nicht mehr wollen - oder der mitteleuropäische Pilger nicht mit der spanischen Sonne zurecht kommt. Diese Etappe führt weit nach oben: zum Cruz de Ferro, einem Eisenkreuz auf einem Berg. Und eines sollten sich an dieser Stelle schon einmal alle zukünftigen Pilger notieren: unbedingt immer einen Hut tragen. Sonst kann die Tagesetappe böse enden...

Erste Tagesetappe: Von El Ganso bis El Acebo

Nach zwei kurzen Etappen an den Tagen zuvor ist diese Tagesetappe mit 25 Kilometern wieder etwas länger. Außerdem geht es steil bergauf. Der Startpunkt liegt auf 1000 Höhenmetern. Von dort aus geht es bis auf fast 1500 Höhenmeter hinauf und wieder rund 300 Höhenmeter hinunter bis El Acebo. Abgesehen von der Höhe bietet der Weg keine allzu großen Schwierigkeiten. Aber Vorsicht! Die Höhensonne kann es in sich haben. Als ich diese Tagesetappe bewältigt habe, war es relativ kühl und sehr windig. Am Himmel waren ein paar Wolken, doch die Sonne war stärker.

Der Steinhaufen unter dem Cruz de Ferro wächst ständig weiter. Jeder Pilger darf hier einen Stein ablegen, der symbolisch für all seine Lasten steht (Foto: Eva Klassen)

Nach 25 anstrengenden Kilometern erreicht man schließlich El Acebo mit einer schön eingerichteten Herberge. Und dort spürte ich die Nachwirkungen dieser Etappe. Aber vorher kam ich erst einmal an einem der berühmtesten Punkte des ganzen Jakobswegs vorbei - am Cruz de Ferro. Das heißt Eisenkreuz, und genau das ist es auch. Auf dem zu bewältigenden Berg liegt ein enormer Steinhaufen. Und aus diesem Haufen ragt das gigantische Eisenkreuz. Es befindet sich auf einem langen Holzstamm. Den Steinhaufen vergrößern die Pilger selbst. Denn hier darf jeder Pilger einen Stein ablegen, der für seine ganz eigenen Lasten steht. Manche Pilger bringen einen Stein schon von zu Hause mit und tragen ihn im Gepäck bis zu diesem Punkt. Nach dem Kreuz aus Eisen geht es bald bergab - und schließlich kommt man nach El Acebo, wo ich die Strapazen der Wanderung ohne Sonnenhut erst gemerkt habe...

Ein Sonnenstich auf dem Jakobsweg

Frisch geduscht, müde vom Wandertag und neugierig auf neue Begegnungen nehme ich am großen Tisch der kleinen Pilgerherberge Platz. Mein Magen grummelt, mir ist schwindelig – bestimmt nur der Hunger, denke ich. Lachend unterhalten sich die Pilger, während ein Kloß meinen Hals immer stärker zuschnürt. Als der Duft der Spaghetti Bolognese auf meinem Teller in meine Nase steigt verschwinde ich hastig in Richtung Toilette: Übelkeit, Erbrechen, Fieber – Der heilige Jakob meint es nicht gut mit mir: Diagnose Sonnenstich. Während die anderen Pilger die Nacht nutzen, um ordentlich Energie im Schlaf zu tanken, wälze ich mich fiebrig von einer auf die andere Seite. Aber der Morgen naht - und ich will weiter.

Mit einem Sonnenstich haben tatsächlich ab und zu unvorsichtige Pilger zu kämpfen, die ohne Sonnenschutz wandern. Was kann man tun? Am besten viel trinken, viel schlafen und viel ausruhen. Und Geduld braucht man vor allen Dingen, denn so schnell verschwinden die Symptome wie Kopfschmerzen und Übelkeit leider nicht.

Die meiste Zeit ist diese Etappe recht einfach zu meistern. Nur selten muss man hier einen so steinigen Weg entlag laufen (Foto: Eva Klassen)

Zweite Tagesetappe: Von El Acebo bis Ponferrada

Nur etwa 13 Kilometer ist diese Etappe lang. Trotzdem habe ich ungefähr fünf Stunden für die Strecke gebraucht. Einheimische warfen mir besorgte Blicke zu, wünschten mir einen "Buen Camino" und schenkten mir Obst und Gemüse. Mit Sonnenstich wandern macht wenig Spaß. Zum Glück führt diese Etappe immer bergab, so dass keine weiteren Anstrengungen hinzu kommen. Zunächst passiert man Riego de Ambrós, nach ein paar Kilometern erscheint dann der Ort Molinaseca. Von dort aus sind es nur noch sieben Kilometer bis Ponferrada. Und in dieser Stadt lohnt sich eine Pause immer.

Auf einem Spaziergang durch die Straßen von Ponferrada kann man einiges entdecken (Foto: Eva Klassen)

Ponferrada entdecken

Zunächst einmal kehrt man in die schöne Herberge in Ponferrada ein. Sie wird von der Kirche betrieben und bietet viel Platz, ohne dass man das Gefühl hat, in einer Massenunterkunft zu sein. Es gibt viele kleine Zimmer mit Betten für ungefähr vier bis acht Personen. Im großen Garten gibt es verschiedene Sitzmöglichkeiten und sogar einen Getränkeautomaten. Auch eine Küche und ein Esszimmer hat diese Herberge. Von der Herberge aus ist es nicht weit bis zur Innenstadt. Gut erreichbar sind verschiedene Supermärkte, Apotheken und viele schöne Bars und Restaurants. In Ponferrada kann man die alte und beeindruckende Templerburg besichtigen. Sie ist im 12. und 13. Jahrhundert entstanden.

Dritte Tagesetappe: Ponferrada bis Cacabelos

Immer noch eingeschränkt durch den Sonnenstich musste auch die nächste Tagesetappe kürzer ausfallen: Rund 17 Kilometer ist diese Etappe lang. Auch dieser Weg ist nicht beschwerlich. Er führt ebenerdig durch Felder und kleine Dörfer. Das Dorf Camponaraya liegt einige Kilometer hinter Ponferrada. Hier gibt es Einkaufsmöglichkeiten, Bars und vor allen Dingen eine Bodega, also eine Weinkellerei. Hier können Pilger um eine kleine Weinprobe bitten. Nun geht es noch einige Zeit weiter an Weinreben und Feldern, bis Cacabelos erscheint. Wer gesundheitlich fit ist, kann natürlich noch weiter wandern. Für mich war in Cacabelos für diese Tagesetappe Endstation. Die Herberge ist einfach, aber erfüllt ihren Zweck. Und manchmal braucht man einfach nur ein Bett, etwas Schlaf und ein Dach über dem Kopf, um sich für die nächsten Etappen zu wappnen.

Die Landschaft wird nun wieder etwas hügeliger. Immerhin muss man auf dieser Etappe von 1000 auf 1500 Höhenmeter hinaufsteigen (Foto: Eva Klassen)

Fazit

Diese Tagesetappen erlebte ich durch den Sonnenstich wie in einer Trance. Und eines kann ich hier versichern: Meinen Wanderhut werde ich bestimmt nicht mehr vergessen. 199 Kilometer sind es nun nur noch bis Santiago de Compostela. Nicht mehr lang, dann ist das Ziel erreicht. Und die Berge in den kommenden Etappen beweisen: Die Meseta liegt lange hinter den Pilgern. Es wird noch einmal körperlich anstrengend. Aber mittlerweile sind die Wanderer ja zum Glück so einiges gewohnt.

Text: Eva Klassen

Praktisch Infos und Herbergen

El Acebo:

La Casa del Monte Irago

Real, 45
+34 639 72 12 42
www.lacruzdeferro.com

La Rosa del Agua

Calle Real, 52
+34 616 84 97 38
reservas@larosadelagua.com

Riego de Ambros:

Albergue de Peregrinos

+34 696 48 28 73

Mesón Ruta de Santiago

+34 987 69 51 90

Molinaseca:

Albergue de Molinaseca

Manuel Fraga
+34 987 45 30 77
alberguemolinaseca@hotmail.com

El Palacio

El Palacio, 19
+34 987 45 30 94
info@casaelpalacio.com
www.casaelpalacio.com

La Posada de Muriel

Plaza del Santo Christo
+34 987 45 32 01
info@laposadademuriel.com
www.laposadademuriel.com

Ponferrada:

San Nicolas de Flüe
La Loma
+34 987 41 33 81

Camino Medulas
La Martina
+34 987 42 69 00
casarural@caminomedulas.com
www.caminomedulas.com

Hostal La Encina
Comendador, 4
+34 987 40 96 32
info@hostallaencina.com
www.hostallaencina.com

Cacabelos:

Hostal Santa Maria

Santa Maria, 20
+34 987 54 95 88
santamaria20sl@hotmail.com
www.hostalsantamaria.net

Hostal La Gallega
Santa Maria, 23
+34 987 54 94 76
hostalgallega@gmail.com
www.hostalgallega.com

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