Von Reliegos bis Hospital de Órbigo

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Auf dem Jakobsweg von Reliegos bis Hospital de Órbigo

Hier geht es lang: Noch etwa 340 Kilometer bis Santiago de Compostela (Foto: Eva Klassen)

Nach vielen Tagen voller Entbehrung durch die karge Meseta sind die nächsten beiden Tagesetappen von Reliegos bis Hospital de Órbigo mit Höhepunkten geradezu üppig ausgestattet.

Fast 60 Kilometer wandert man an zwei Tagen weiter in Richtung Santiago de Compostela. Und so viel sei an dieser Stelle verraten: Es geht durch Léon, eine Stadt voller Sehenswürdigkeiten mit fast 150000 Einwohnern. Und am nächsten Tag erreicht man Hospital de Órbigo mit seiner beeindruckenden römischen Brücke und zauberhaften Herbergen. Aber erst einmal muss man los marschieren. Allen Blasen und allem Muskelkater zum Trotz.

Erste Tagesetappe: Von Reliegos bis La Virgen del Camino

Fast 34 Kilometer ist diese Tagesetappe lang. Die lange Strecke ist gut zu bewältigen. Der Jakobsweg führt auch hier durch eine vorwiegend flache Landschaft. Von Reliegos aus wandert man zunächst knapp sieben Kilometer bis nach Mansilla de las Mulas. Und leider wandert man hier wieder eine Zeitlang an der berühmt berüchtigten Allee entlang - eine angelegte Reihe von Bäumen, die einem das Gefühl gibt, gar nicht voran zu kommen. Aber das Gute ist: Man kommt voran. Von Mansanilla de las Mulas geht der Weg weitere sechs Kilometer vor allem an einer Straße entlang. Macht aber nichts. Im nächsten Ort Puente de Villarente ist erst einmal die wohl verdiente Frühstückspause an der Reihe. Die sollte aber nicht allzu lange dauern, schließlich ist diese Etappe etwas länger als gewöhnlich. Weiter geht es vier Kilometer bis Arcahueja und danach kommt nach knapp neun Kilometern endlich León, bekannt für seine beeindruckende Kathedrale.

León gehört zu den größten Städten, die die Jakobspilger durchqueren (Foto: Eva Klassen)

Die Kathedrale liegt mitten auf dem Jakobsweg. Hier sollte man ruhig ein paar Minuten verweilen. Und es lohnt sich auch eine Pause in León einzulegen. Allerdings gibt es in León nur zwei recht große und nicht gerade gemütliche Herbergen. Fast acht Kilometer sind es noch bis zur nächsten Herberge in La Virgen del Camino. Diese Unterkunft ist modern eingerichtet und gemütlicher als die großen beiden Pilgerherbergen in León.

Der Jakobsweg führt direkt an der Kathedrale von León vorbei. Hier lohnt es sich ein Weilchen zu bleiben (Foto: Eva Klassen)

León und der Jakobsweg

145000 Einwohner hat León - das ist für Jakobswanderer mal wieder ein absolut ungewohnt großer Ort. Für manche ist das wie eine Befreiung, sie tauchen ein ins Stadtleben, besichtigen alte Gebäude und speisen in Restaurants. Andere aber fühlen sich von der großen Stadt und dem Trubel überfordert. Auf jeden Fall sollte sich jeder überlegen, ob er die Nacht hier verbringen will. Die schönsten Herbergen hat León auf jeden Fall nicht. Für eine ausgedehnte Pause lohnt sich ein Aufenthalt in der traditionsreichen Stadt aber immer. Schon die Römer hatten hier Siedlungen. Später wurde die Stadt wichtig für die Pilger, die nach Santiago de Compostela wollten. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehört die Kathedrale aus dem 13./14. Jahrhundert. Der Eintritt ist übrigens frei. Die Basilika San Isidoro aus dem 11. Jahrhundert beherbergt die Reliquien des heiligen Isidor. Das Pantheon der Könige und das Museum von San Isidoro sind die Reste des ehemaligen Palasts der Könige. Das Kloster San Marcos aus dem 16. Jahrhundert wurde im Renaissancestil erbaut. Im Archäologischen Museum gibt es viele besondere Gegenstände zu sehen.

Zweite Tagesetappe: Von La Virgen del Camino bis Hospital de Órbigo

Auf diesem Weg gibt es zwei Wegalternativen. Der schönere Weg ist fast dreieinhalb Kilometer länger als der offizielle Jakobsweg, der wieder an einer stark befahrenen Straße entlang führt. Wahrscheinlich sollte man den schönen und längeren Weg nehmen, der durch Felder führt. Ich habe den kürzeren Hauptweg an der Straße entlang genommen. So macht der Jakobsweg leider nur wenig Spaß. Da hilft nur noch die Hoffnung auf einen schönen Zielort, ein gemütliches Bett und ein Glas Wein vorm Schlafengehen. Zuerst wandert man beim Hauptweg 13,5 Kilometer bis nach Villadangos del Páramo. Hier wird es höchste Zeit für eine ausgedehnte Frühstückspause, bevor der zweite Teil der Tagesetappe beginnt: Viereinhalb Kilometer von Villadangos de Páramo bis San Martín del Camino. Nun fehlen nur noch etwa sieben Kilometer bis man endlich Hospital de Órbigo erreicht hat. Hier erhält man den Lohn für den mühevollen Weg. Am Ortseingang überquert man die lange und alte Römerbrücke, die wahrscheinlich jeden Pilger begeistert und beeindruckt. Sehr zu empfehlen ist die Herberge San Miguel. Sie ist in einem alten Haus untergebracht. Es gibt eine gut ausgestattete Küche und eine Terrasse.

In Hospital de Órbige findet jährlich ein großer Mittelaltermarkt statt (Foto: Eva Klassen)

Hospital de Órbigo und die Herberge San Miguel

Jeder Pilger, der nach einem Wandertag am Etappenziel ankommt, hat erst einmal nur Augen für die Herberge. Waschen, schlafen, essen - nachdem die Grundbedürfnisse befriedigt sind, kann auch die Umgebung erkundet werden. Die Herberge San Miguel in Hospital de Órbigo bietet dafür einen sehr guten Ausgangspunkt. Sie liegt zentral in dem 1200 Einwohner Ort und macht sofort gute Laune. Denn die Herberge ist modern und gleichzeitig rustikal und bietet einen unverwechselbaren Aspekt. Kreativ veranlagte Pilger bekommen hier Leinwand und Farben und können sich mit einem eigenen Bild verewigen. Überall in den Gängen hängen die unterschiedlichen Bilder vorangegangener Pilger. Ein Blick aus der Herberge heraus in die Gassen von Hospital de Órbige lohnt sich. Man fühlt sich hier in alte Zeiten zurück versetzt. Als ich Ende Juni dort ankam, fand gerade ein Mittelaltermarkt statt. Der gesamte Ort ist voller Stände, Menschen und spezieller Aufführungen.

Autorin Eva Klassen empfiehlt es, auch Umwege zu wandern. Hier erlebt man oft viel mehr als auf direktem Wege entlang einer befahrenen Straße

Fazit

Die beiden Tagesetappen von Reliegos bis Hospital de Órbigo auf dem französischen Jakobsweg bieten wieder genügend Höhepunkte nach einer auszehrenden Zeit in der Meseta. Und was kommt als nächstes? Na klar, mehr gelbe Pfeile und mehr Jakobsmuscheln, die den Weg nach Santiago de Compostela weisen. Außerdem: Astorga, ein schnuckeliges Städtchen. Mit vielen Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel dem Bischofspalast, der vom Künstler Antonio Gaudí geschaffen wurde.

Text: Eva Klassen

Praktische Infos und Herbergen

Mansilla de las Mulas:

Gemeindeherberge

Puente, 15
+34 987 31 12 50

Alberguería del Camino
Concepcion, 12
+34 987 31 11 93

Puente de Villarente:

Albergue San Pelayo

Romeo, 9
+34 650 91 82 81
alberguesanpelayo@hotmail.com
www.alberguesanpelayo.com


La Monaña
Camino de Santigao, 17
+34 987 31 21 61

Arcahueja:

Albergue La Torre

La Torre, 1
+34 987 20 58 96
info@alberguetorre.es
www.alberguetorre.es

León:

Benediktinerinnenkloster

Plaza Santa María del Camino
+34 987 25 28 66
sorperegrina@hotmail.com

Albergue de León
Campos Góticos
+34 987 08 18 32

Residencia San Agustin
Mariano Andrés, 6
+34 987 24 90 51
residencia@hoteleon.com
www.residenciasanagustin.com

Hostal Orejas
Villafranca 6, 2
+34 987 25 29 09
www.hostal-orejas.es

Villadangos de Páramo:

Albergue Camino de Santiago

Astorga, 5
+34 987 39 04 84

Hotel Avenida III
Astorga
+34 987 39 03 11
info@hotelavenidaiii.com
www.hotelavenidaiii.com

San Martín del Camino:

Vieira

Avenida Peregrinos
+34 987 37 85 65
www.alberguevieira.com

Hospital de Órbigo:

Albergue San Miguel

Álvarez Vega, 35
+34 987 38 82 85
info@alberguesanmiguel.com
www.alberguesanmiguel.com

Albergue Verde
Av. Fueros de León, 76
+34 689 92 79 26
www.albergueverde.es

El Caminero
Sierra Pambley, 56
+34 987 38 90 20
www.elcaminero.es

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