Weiter wandern in der Meseta

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Weiter wandern in der Meseta

Eine Kleine Motivation für Pilger: Weiter und weiter durch platte Landschaft (Foto: Eva Klassen)

Zwei Tage durch die Meseta: Auf dem Jakobsweg von Boadilla del Camino bis Calzadilla de Cueza

Nach Burgos beginnt die Meseta. Das wurde schon beim letzten Streckenabschnitt deutlich. Die beiden Tagesetappen von Boadilla del Camino bis Calzadilla de la Cueza führen noch tiefer in die platte Landschaft hinein. Meseta kommt von Mesa - spanisch für Tisch. Der Begriff beschreibt die platte und karge Landschaft in diesem Streckenabschnitt. Nach den vielen bergigen Etappen am Anfang des Weges erscheint die Meseta zunächst wie eine Erholung für den Körper. Doch sie ist es nicht für den Geist. Wenn sich die Landschaft kaum verändert, hat man auch kaum das Gefühl, voranzukommen. Das schlägt mitunter aufs Gemüt. Da hilft nur Durchhalten - und natürlich Kontakt zu anderen Pilgern. Übrigens ist die Meseta nicht nur Erholung für den Körper. Wenn sich der Untergrund kaum ändert, steigt auch die Gefahr, Blasen an den Füßen zu bekommen. Hier helfen natürlich gute Wandersocken und Wanderschuhe - und nicht zuletzt Blasenpflaster. Etwa 45 Kilometer liegen zwischen Boadilla del Camino und Calzadilla de la Cueza. Am Ende hat man das bestimmt härteste Stück reiner Meseta überstanden. Für mich dauerte dieser Streckenabschnitt nicht nur zwei Tage, sondern sogar vier. Aber dazu später mehr.

Mit anderen Pilgern, die man auf dem Jakobsweg trifft, kann man Tipps austauschen und gemeinsam über den Weg schimpfen (Foto: Eva Klassen)

Erste Tagesetappe: Von Boadilla del Camino bis Carrión de los Condes

Etwa 26 Kilometer ist diese Etappe lang. Die platte Landschaft rund um Boadilla del Camino heißt auch Tierra de Campos. Auf deutsch übersetzt heißt das etwa: Erde der Felder. Es handelt sich also um eine landwirtschaftlich genutzte Gegend. Allerdings floriert die Landwirtschaft schon seit einiger Zeit nicht mehr wirtschaftlich gut. Aber die Pilger wollen ja nur hindurch wandern. Ab Boadilla del Camino geht es zunächst etwa sechs Kilometer bis Frómista. Frómista hat immerhin 1000 Einwohner und damit auch verschiedene Einkaufsmöglichkeiten. Natürlich gibt es auch Cafés zum Frühstücken. Schon dreieinhalb Kilometer nach Frómista erscheint der nächste kleine Ort. Danach geht es rund sechs Kilometer bis nach Villarmentero. Hierbei gibt es zwei Routen, die fast gleich lang sind. Die Nebenroute ist um einiges ruhiger und schöner als die Hauptroute. In Villarmento geht der Weg schließlich wieder normal weiter. Viereinhalb Kilometer sind es bis zum nächsten Ort. Und jetzt fehlen nur noch die letzten fünfeinhalb Kilometer bis nach Carrión de los Condes. Es lohnt sich, diese letzten Kilometer noch zurückzulegen. Der Zielort hat 2500 Einwohner und ist somit vergleichsweise groß und abwechslungsreich. Es gibt hier verschiedene Unterkünfte. Ich war in einer recht engen Klosterherberge ohne warmes Wasser. Da wäre eine andere Wahl vielleicht angenehmer gewesen.

In Villarmentero treibt ein Hirte seine Schafe hinaus in die Meseta. Für die Bauern ist die Gegend von großem Nutzen (Foto: Eva Klassen)

Drei Nächte in Carrión de los Condes

Ja, in Spanien ist es warm. Heiß sogar. Allerdings sollte sich jeder Pilger bewusst sein, dass der französische Jakobsweg in Nordspanien liegt. Und da wird es besonders in der Nacht auch mal kühl. Kalt sogar. In irgendeiner Nacht zuvor fror ich in meinem Sommerschlafsack ganz fürchterlich und erkältete mich wohl. Jeden Tag schniefte ich ein bisschen mehr, bis ich im beschaulichen Carrrión de los Condes einsehen musste, dass eine Pause mich wahrscheinlich weiter bringen würde als eine weitere Tagesetappe. Ich suchte mir also eine kleine Pension und plünderte die nächste Apotheke. Estoy resfriado (bei Männern) und estoy resfriada (bei Frauen) heißt übrigens: Ich bin erkältet. Eine äußerst wichtige Information. Denn man kann sich nicht darauf verlassen, dass Apotheker in Spanien englisch sprechen. Etliche Paracetamol Tabletten und wärmende Tees später fühlte ich mich nach zwei Nächten im Hostel wieder bereit, weiter zu wandern. Buen Camino!

Nach einer Gefühlten Ewigkeit kommt man mit wunden Füßen endlich im nächsten Dorf an (Foto: Eva Klassen)

Zweite Tagesetappe: Carrión de los Condes bis Calzadilla de la Cueza

18 Kilometer absolute Meseta: Wer bisher nicht gemerkt hat, dass die Meseta begonnen hat, wird es spätestens jetzt sehen. Kein Schatten, keine Berge, keine Bäume. Für manche ist dies einer der härtesten Streckenteile des gesamten Jakobswegs. Andere genießen die spirituelle Herausforderung sogar. Ich jedenfalls war - noch geschwächt von der Erkältung - heilfroh, als ich in Calzadilla de la Cueza ankam. Es ist ein riesengroßer Vorteil, in Carrión de los Condes zu starten. So kann man diesen Abschnitt am frühen Morgen bewältigen. Dann ist es noch recht kühl, die Sonne geht gerade erst auf. Kaum auszudenken, wie es sein muss, diesen Teil in der Nachmittagssonne zu gehen. Ganz wichtig ist, genug Wasser und Proviant für diesen Teil mitzunehmen. Schließlich liegt im wahrsten Sinne des Wortes nichts auf diesen 18 Kilometern - außer der Meseta. Wenn man endlich die anstrengende Meseta Strecke überwunden hat, erscheint am Ortseingang von Calzadilla de la Cueza auch schon die Pilgerherberge. Wer hier bereits die Tagesetappe beendet, ist schon recht früh angekommen und kann den Rest des Tages im schönen Garten der Herberge entspannen.

Beim Wnadern durch die ewige Meseta hat man genug Zeit, um über alles nachzudenken, was einen gerade beschäftigt (Foto: Eva Klassen)

Fazit

Auf dem französischen Jakobsweg seit Saint-Jean-Pied-de-Port ist man in den Pyrenäen gewandert, durch Wälder, in Weinbergen und nun eben durch die Meseta. Der hunderte von Kilometern lange Weg ändert sich ständig. Das erste Stück für den Körper hat man gut überwunden. Nun sind die Pilger mittendrin im Wegstück für den Geist. Der Weg repräsentiert die Bedeutung, die er für den Menschen hat. Man kann sich und seinen Körper intensivst kennen lernen. Und mit dabei sind immer die anderen Wanderer aus der ganzen Welt, die einen eine Tagesetappe lang, immer wieder oder sogar bis zuletzt begleiten. Ab Calzadilla de la Cueza sind es noch rund 400 Kilometer bis zum Ziel, bis Santiago de Compostela. Ein großes Stück liegt noch vor dem Wanderer, aber viel ist auch schon geschafft. Und darauf kann man getrost mit einem leckeren Rioja anstoßen. Aber lieber früh ins Bett gehen. Schließlich geht es am nächsten Morgen wieder weiter.

Text Eva Klassen

Praktische Infos und Herbergen

Fromista:

Albergue Peregrinos y Canaleros de Fromista

Canal de Castilla
La Estacion 2
+34 979 81 01 93
info@albergueperegrinosfromista.com
www.albergueperegrinosfromista.com

Casa del Peregrinos
San Martin
+34 686 57 97 02
carmen-hospitalera@live.com

Estrella del Camino

Francesa
+34 979 81 00 53
www.caminofromista.com

Hotel San Martin
Plaza San Martin 7
+34 979 81 00 00
www.hotelsanmartin.es

Villarmentero:

Albergue Amanecer
José Antonio, 2
+34 662 27 91 02
nitatnt@gmail.com

Carión de los Condes:

Monasterio de Santa Clara

Calle de Santa Clara, 1
+34 979 88 08 37

Albergue Parroquial de Santa Maria

Clérigo Pastor, 2
+34 979 88 00 72
viastellarum@gmail.com

Albergue des Monasterio de Santa Clara

Santa Clara
+34 979 88 09 94

Calzadilla de la Cueza:


Camino Real

Travesía Mayor, 5
+34 979 88 31 63
cesaracero2004@yahoo.es

Städtische Herberge
Calle Mayor
+34 979 80 30 50

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