In fünf Tagen von Logrono nach Burgos auf dem Jakobsweg

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In fünf Tagen von Logroño nach Burgos auf dem Jakobsweg

Auf dem Weg von Logroño nach Burgos durchquert man ein großes Weinanbaugebiet<br>(Foto: Eva Klassen)

Weiter geht es auf dem Jakobsweg

Etwa 130 Kilometer liegen zwischen den großen Städten Logroño und Burgos. 130 Kilometer, die immer wieder Auf- und Abstiege beinhalten. 130 Kilometer, die man für Gespräche mit anderen Pilgern nutzen kann, dafür, die eigenen körperlichen Grenzen auszutesten, oder beim Wandern die Ruhe und Natur zu erleben.

Erste Tagesetappe:
Von Logroño bis Nájera


Die erste Tagesetappe ist etwa 30 Kilometer lang. Die ersten zwei Drittel des Wegs führen tendenziell bergauf, danach geht es bis Nájera wieder bergab. Der Weg führt zunächst relativ lange durch Logroño, bis endlich die Stadtgrenze erreicht ist und man das Gefühl hat, wieder in der gewohnten Stille des Jakobswegs angekommen zu sein. Nach etwas mehr als zwölf Kilometern erreicht man zunächst den kleinen Ort Navarrete, wo man sich in Einkaufsläden mit Proviant eindecken kann. Weiter geht es fast acht Kilometer bis Ventosa. Auf dem Weg liegt ein interessanter Friedhof, der schon viele Jahrhunderte alt ist. Hier sind auch Pilger beim Waschen und Essen dargestellt. So bekommt man wieder ein Gefühl dafür, auf welch traditionsreichen Pfaden man wandelt. Angekommen in Ventosa gibt es zwar schon eine Herberge, doch man kann auch noch die letzten zehn Kilometer bis Nájera weiter wandern. Der Weg führt an Weinreben vorbei, aber auch an Straßen entlang, bis endlich Nájera erscheint. Der Ort hat immerhin knapp 7000 Einwohner. Es gibt hier eine städtische und eine private Herberge. Die private ist wahrscheinlich die bessere Wahl, denn hier sind nicht so viele Betten auf so engem Raum.

Nach knapp 30 Kilometern Tagesmarsch erreicht man das Ziel der ersten Tagesetappe: Nájera (Foto: Eva Klassen)

Zweite Tagesetappe: Von Nájera bis Santo Domingo de la Calzada

Etwa 22 Kilometer lang ist diese Tagesetappe. Santo Domingo de la Calzada: Ein Name, der auf der Zunge zergeht. Allein deshalb sollte man hier Halt machen. Doch zunächst muss man erst einmal in den Ort wandern. 6,4 Kilometer ist der Weg bis zum nächsten Ort lang. In Azofra gibt es wieder Einkaufsläden, Apotheken und Bars, in denen man Frühstücken kann. Von hier aus beschreitet man den Jakobsweg weitere neun Kilometer bis zum kleinen Örtchen Ciruena. Hier gibt es eine kleine österreichische Pilgerherberge. Doch nach einer kleinen Rast auf dem Dorfplatz ist sicher noch genug Kraft vorhanden, um auch die fehlenden sechseinhalb Kilometer bis nach Santo Domingo de la Calzada zu überwinden. Außerdem geht es nun nur noch bergab. Der Weg bietet also keine großen Komplikationen.

Eine Wanderung durch die Wiesen und Felder Spaniens. Nicht jeder Abschnitt des Jakobswegs ist so einfach zu bewältigen wie dieser (Foto: Eva Klassen)

Der Ort mit dem wunderschön klingenden Namen Santo Domingo de la Calzada hat etwas mehr als 5000 Einwohner und wurde vor knapp 1000 Jahren gegründet. Es gibt hier zwei Herbergen mit Küchen und auch Pensionen. Die kosten zwar mehr, aber bieten natürlich auch mehr Ruhe und Privatssphäre. Unbedingt sollte man sich hier die alte gotische Kathedrale anschauen, an die auch ein Museum angeschlossen ist.

Dritte Tagesetappe: Von Santo Domingo de la Calzada bis Tosantos

Diese Tagesetappe ist etwa 28 Kilometer lang. Alle paar Kilometer wandert man hier durch einen Ort, immer wieder gibt es also auch Pilgerherbergen, falls die Füße so schmerzen, dass man doch nicht mehr weiter wandern will. Außerdem fühlt sich der Weg dann sogar kürzer an. Man hat das Gefühl, beim Eintritt in eine neue Ortschaft wieder eine kleine Etappe geschafft zu haben. Insgesamt ist dieser Weg gut zu bewältigen.

So weit das Auge reicht: überall kann man die Weinreben sehen (Foto: Eva Klassen)

Nur im letzten Abschnitt der Strecke - ab dem Ort Belorado - geht es ein gutes Stück bergauf. Doch nach ein paar Kilometern liegt auf der Ansteigung schon das Etappenziel Tosantos. Etwa fünf Kilometer vor Tosantos liegt der Ort Belorado mit 2000 Einwohnern und einer guten Auswahl an Pilgerherbergen. Natürlich kann man auch hier bleiben. Aber bis Tosantos ist es ja auch nicht mehr weit. Dort allerdings gibt es nur eine Herberge. Die ist zwar recht einfach gestaltet. Dafür kann man gemeinsam kochen, es gibt Frühstück und Taizé-Andachten. Schließlich will man auf dem Jakobsweg ab und zu auch mal ein spirituelles Erlebnis.

Vierte Tagesetappe: Von Tosantos bis Atapuerca

26 Kilometer wandert man auf dieser Etappe. Es geht wieder steiler bergauf. Dafür liegt Atapuerca auf dem letzten Wegstück, wo es schon wieder bergab geht. Zuerst kommen alle paar Kilometer kleine Ortschaften. Doch nach Villafranca Montes de Oca ist erst einmal Schluss. Hier kann man sich mit Lebensmitteln eindecken, denn in den nächsten zwölfeinhalb Kilometern kommt erstmal kein Dorf mehr. Auch mit genug Bargeld sollte man sich bis hierhin eindecken, denn erst in Burgos gibt es wieder Geldautomaten. Auf dem Weg liegen einige sehenswerte historische Bauten und Denkmäler. So zum Beispiel ein Kriegerdenkmal und die alte Kirche San Juan de Ortega. In dieser Kirche gibt es abends um 19 Uhr auch eine Pilgermesse. Aber unser Weg geht noch einige Kilometer weiter. Zwischen sechs und sieben Kilometer sind es noch, bis man Atapuerca erreicht. Kurz davor durchquert man zunächst den Ort Agés. Atapuerca ist besonders spannend für an Archäologie interessierte Wanderer. Nahe des Dorfes fanden Archäologen 800 000 Jahre alte Menschenknochen. Wer will, kann einen Ausflug zu den Höhlen unternehmen. Im Archäologischen Informationszentrum von Atapuerca gibt es weitere Informationen.

Auf dem Weg nach Atapuerca. Ein interessantes Gebiet für alle, die sich für Archäologie begeistern lassen<br>(Foto: Eva Klassen)

Fünfte Tagesetappe: Von Atapuerca bis Burgos

Diese Tagesetappe ist mit 22 Kilometern wieder relativ kurz. Aber man sollte ja auch noch Kräfte haben, um Burgos zu besichtigen. Die Stadt ist eine der bekanntesten auf dem Jakobsweg und auch ein Reiseziel vieler Menschen, die nicht auf dem Camino unterwegs sind. Zwischen dem Startpunkt und dem Ziel dieser Etappe liegt nur der Ort Orbaneja de Ríopico. Doch schon ein paar Kilometer vorher gibt es eine einfache Herberge in Cardanuela de Ríopico. Der weitere Weg nach Burgos ist nicht sehr angenehm. Es geht entlang an der Straße und durch Industriegebiete. Da hilft nur noch eins: An das Ziel denken. Und das lohnt sich, denn es ist Burgos. Ungefähr 165000 Einwohner hat Burgos. Es ist wieder eine richtig große Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten. Burgos ist sehr alt. Gegründet wurde die Stadt wohl im neunten Jahrhundert. Es heißt, Burgos sei sogar die Stadt mit den meisten Sehenswürdigkeiten auf dem Jakobsweg. Zur Auswahl gibt es mehrere Herbergen und Pensionen.

Burgos entdecken

Die alte Hauptstadt Kastiliens, die Stadt des Cid und der Gotik, ist heute Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Sie liegt schon im Bereich jener kalten, vom Kantabrischen Gebirge herabkommenden Fallwinde, die der Stadt im Übrigen Spanien den Ruf einbrachten, der Sommer dauere in Burgos vom Jakobstag (25. Juli) bis St. Anna (26. Juli).

Die Stadt an den Ufern des Rio Arlazón hat sich zu einem beachtlichem Industriezentrum entwickelt, doch wirkt sie noch immer in weiten Teilen liebenswürdig und gepflegt, zum Spazierengehen, zum Schauen und Einkaufen einladend.

Das Gesicht der Stadt wurde von der Zeit der Gotik geprägt. Das alte Stadttor Santa Maria am Ende des Paseo del Espolón wurde zu Ehren Kaiser Karls V. zum Triumphbogen umgewandelt. Zu den gotischen Kirchen in Burgos gehören San Nicolas mit seinen riesiegn Retabel, San Esteban und San Gil.

Am Palast Casa del Cordón wurde Kolumbus nach seiner zweiten Amerikafahrt empfangen. Auch die Casa de Miranda wurde in der Gotik errichtet – ein typischer kastilischer Adelssitz des 16. Jahrhunderts. Mit seinem herrlichen Innenhof bildet er den schönsten Rahmen für das Archäologische Museum der Stadt. Römisches und Westgotisches ist hier ausgestellt, Gemälde und Skulpturen aus kastilischen Kirchen und Klöstern.

Vor allem aber baute man – 300 Jahre lang – an der Kathedrale, diesem Wunderwerk aus steinernem Filigran, das selbst heute noch, wo ausufernde Neubauten auch hier das Stadtbild umzuformen beginnen, so beherrschend über Burgos erhebt. Im Jahr 1221 wurde der Bau unter Bischof Mauricio im „neuen Stil“ begonnen. Ferdinand III legte den Grundstein. Französisch beeinflusst und zum Teil von Ausländern gebaut – Hans von Köln errichtete 1442-1458 die beiden 84 m hohen Westtürme – entstand erstaunlicher Weise doch ein ganz spanisch wirkendes Bauwerk: besonders im Inneren geradezu verwirrend in seiner Überfülle von angefügten Kapellenräumen, von Ausstattung und Dekoration.

Die Kathedrale von Burgos am Calle Valentin Palencia im Zentrum der Stadt (Foto: Eva Klassen)

Zweifelsohne ist diese Kirche, mit 106 m Länge und einer Breite von 56 m die drittgrößte Spaniens, eine Welt für sich. Stunden kann man hier zubringen, wenn man nur das Wichtigste gesehen haben will.

Text: Eva Klassen

Praktische Infos und Herbergen

Navarrete:

Gemeindeherberge San Juan
+34 941 44 07 70 6

Albergue El Cantaro
Herrerías, 16
26370 Navarrete
+34 941 44 11 80
info@alberguealcantaro.com
www.albergueelcantaro.com

Villa de Navarrete
La Cruz 2c
26370 Navarrete
+34 941 44 03 18
reservas@hostalvilladenavarrete.com
www.hostalvilladenavarrete.com

Ventosa:

Albergue San Saturnino
Medio 33
+34 941 44 18 99
www.jacobeos.net

Nájera:

Gemeindeherberge
Plaza-de-Santiago
+34 941 36 21 21

Sancho III
San Marcial, 6
+34 941 36 11 38
alberguelajuderia@yahoo.es

Hostal Ciudad de Nájera

Cuarta Calleja San Miguel, 14
26300 Nájera
+34 941 36 06 60
info@ciudaddenajera.com
www.ciudaddenajera.com

Azofra:

Gemeindeherberge
Las Parras, 7
+34 941 37 90 49

Real Casona deloas Amas
Calle Mayor, 5
26323 Azofra
+34 941 41 61 03
mail@realcasonadelasamas.com
www.realcasonadelasamas.com

Cirueña:

Albergue Virgen de Guadalupe
+34 638 92 40 69
virgendeguadalupe1@gmail.com
www.virgendeguadalupe.com

Santo Domingo de la Calzada:


Albergue de Peregrinos
Mayor, 31
+34 941 34 07 00
hospederia@cister-lacalzada.com
www.cister-lacalzada.com/albergue.asp

El Molino de Floren
Calle de Margubete, 5
+34 941 34 29 31
info@elmolinodefloren.com
www.elmolinodefloren.com

Bolerado:

Casa Waslala
Calle Mayor 57
+34 947 58 07 26
casawaslala@gmail.com
www.casawaslala.com

Pension Toñi
Redecilla des Campo 71b
+34 947 58 05 25
pension_toni@hotmail.es
www.pensiontoni.netau.net

Hotel Jacobeo
Generalisimo, 3
+34 947 58 00 10
contacto@hoteljacobeo.net
www.hoteljacobeo.net

Tosantos:

Albergue de Camino de Santiago
Casa Parroquial
+34 947 58 02 50

Albergue Parroquial de Tosantos
Santa Marina
+34 947 58 21 50

San Antón Abad

Hospital, 4
+34 947 58 21 50
hotelsanantonioabad@gmail.com
www.hotelsanantonioabad.com

Agés:

Albergue San Rafael
Adobera, 18
09199 Agés
+34 947 43 03 92
info@alberguesanrafael.com
www.alberguesanrafael.com

El Pajar de Agés
Medio Paralela, 12
09199 Agés
+34 947 40 06 29
info@elpajardeages.es
www.elpajardeages.es

Atapuerca:


Albergue la Hutte
Enmedio, 36
09199 Atapuerca
+34 947 43 03 20
papasol@burgosturismorural.com
www.burgosturismorural.com

Albergue de Atapuerca
Centro Turistico "El Peregrinoo"
Carretera 105
+34 661 58 08 82
rocio@albergueatapuerca.com

Burgos:

Casa de Peregrinos Emaús
San Pedro de Cardeñe 31
+34 947 20 53 63

Hostal Acacia
Calle Bernabé Pérez Ortiz, 1
09004 Burgos
+34 947 20 51 34
info@hostalacacia.com
www.hostalacacia.com

Hotel Jacobeo
San Juan, 24
09004 Burgos
+34 947 26 01 02
hoteljacobeo@hoteljacobeo.com
www.hoteljacobeo.com

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