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Mount Cook /Neuseeland: Bergwandern vor atemberaubender Naturkulisse

Seit jeher Anlaufstelle für Bergsteiger aus aller Welt, ist der Mount Cook im Mount Cook Nationalpark auf der Südinsel Neuseelands Ausgangspunkt für zahlreiche Bergtouren verschiedenster Schwierigkeitsgrade

Am Ufer des Lake Pukaki (Foto: Jörg Paschke)

Neuseeland liegt ziemlich weit ab vom Schuss: Mit Start am Frankfurter Flughafen erreicht man die Inseln nach einem etwa 20.000 km-Flug. Dann ist man glücklich, die Tortur der Anreise hinter sich zu lassen und endlich festen Boden zu betreten.

Sind dann noch die Formalitäten am Flughafen bezüglich des Trekkinggepäcks geregelt – Zelte, Bergschuhe und Stöcke werden von den Beamten peinlichst genau auf kontaminierten Schmutz untersucht – kann die Reise in Richtung der südlichen Alpen und zum Mount Cook Nationalpark beginnen.

Hier erwartet einen eine atemberaubende und unberührte Naturkulisse, wie man sie in den europäischen Bergen vielleicht vor 100 Jahren noch angetroffen hat. Seit jeher ist dieses Gebiet eine Anlaufstelle für Bergsteiger aus der ganzen Welt.

Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass 1882 der erste Versuch, den Mount Cook zu besteigen, von zwei Schweizer Bergführern und ihrem irischen Klienten unternommen wurde. Leider mussten sie 50 Meter unter dem Gipfel, bedingt durch schlechtes Wetter, die Aktion abbrechen und unverrichteter Dinge zurück nach Hause fahren.

Letztendlich waren es dann Tom Fyfe, Jack Clarke and George Graham, die sich 1894 als erste in das Gipfelbuch eintragen durften. Heute werden die Gipfelaspiranten direkt zur Plateau Hütte, dem Basislager der Normalroute, mit dem Hubschrauber geflogen und müssen nicht wie die Erstbesteiger über den langen Hooker Gletscher steigen.

Die Aussichtsplattform Kea Point (Foto: Jörg Paschke)
Die Aussichtsplattform Kea Point

Wetterlaunen ohne Garantie: Mount Cook mit oder ohne Wolken

Startpunkt für viele Touren ist das Mount Cook Village, eine kleine Siedlung mit etwa 200 Einwohnern, welches sich im Zentrum eines wunderschönen mit Gletscherbergen umringten Tales befindet. Seinen Beginn markiert der türkisblaue Pukaki See. Sein Ende beschließt der schroff abfallende Gletscherbruch des Mount Sefton.

Etwas irritierend ist es schon, die vielen Tagestouristen zu sehen, die per Shuttlebus zum Hermitage Hotel gefahren werden. Die meisten hoffen auf ein wolkenfreies Foto des Mount Cook und stoßen auf die Natur und ihre Wetterlaunen ohne Garantie.

Mit oder ohne Wolken – sie rasen bald danach in den Shuttles auf der Hooker Valley Road zurück Richtung Highway. Sind die Postkartensammler verschwunden, kehrt in dem verschlafenen Mount Cook Village wieder Ruhe ein.

Das ursprüngliche Hermitage Hotel wurde 1884 als erstes Haus am Ort erbaut. Eine Überschwemmung zerstörte es 1913 komplett, doch bereits im Jahr darauf wurde es wieder neu errichtet. Schon damals galt dieses Hotel, mit seinem perfekten Ausblick auf den Mount Cook, als die Adresse für gut betuchte Neuseeländer und Touristen, die sich mit entsprechendem Kleingeld in der rauen Natur einrichten konnten.

Heute empfiehlt es sich für Backpacker, sich in einem der günstigen Hostels niederzulassen oder gleich das Zelt auszupacken, denn schließlich gilt es die atemberaubende Natur zu genießen sowie die prächtigen Gipfel auf sich wirken zu lassen. Es ist notwendig, ausreichend Proviant vorher in Twizel oder einer anderen größeren Stadt zu besorgen, da das Mount Cook Village keine Einkaufmöglichkeiten bietet.

Der schroff abfallenden Gletscherbruch des Mount Sefton (Foto: Jörg Paschke)

Mount Ollivier: einst Auftakt einer glänzenden Bergsteigerkarriere

Nach Ankunft im Dorf bietet sich als erste Unternehmung ein kurzer Spaziergang zum Kea Point, einer Aussichtsplattform am Fuße des Mueller Lake mit Blick auf den Mount Cook an.

Eine weitere schöne und weniger schwere Tagestour ist die Besteigung des Mount Ollivier, der erste Gipfel der schillernden Figur des Alpinismus, Sir Edmund Hillary. Als 20-Jähriger bestieg er diesen Berg im Jahr 1939. Der Mount Ollivier sollte für ihn der Auftakt einer glänzenden Bergsteigerkarriere werden. Über den Sealy Tarns Track, der an ein paar kleinen Bergseen endet, beginnt die Tour.

Steil geht es bergauf über einen treppenartigen Steig, links und rechts säumen riesige Farngewächse den Weg. Nach etlichen Höhenmetern wird die Natur immer karger, doch hier und da entdeckt man wunderschöne Pflanzen wie das Südinsel-Edelweiß oder den Schnee-Enzian.

Angekommen auf dem Plateau der Müller Hütte, erreicht man zum Abschluss des Tageszieles über einen leichten Blockgrat den Gipfel des Mount Ollivier, der zum Ausruhen und einer ausgiebigen Brotzeit einlädt.

Die Aussicht in das Tal des Mount Cook Village, der Südwestwand des Mount Sefton sowie in das Tal des Müller Gletschers ist einfach überragend.

Der Müller Hut (Foto: Jörg Paschke)

Anspruchsvolle Trekkingroute: Ballpass Crossing

Eine Tour von höherem Schwierigkeitsgrad ist das Ballpass Crossing. Selbst in der Hauptsaison kann man so gut wie keine Menschenseele auf dieser anspruchsvollen Trekkingroute sehen, für die der erfahrene Bergsteiger drei Tage einkalkulieren sollte.

Die Tour startet an einer luftigen Hängebrücke des Hooker Rivers und führt entlang des Gletschers Richtung Ball Pass. Auf dieser Route sind Trittsicherheit, Schwindelfreiheit sowie Orientierung im weglosen Gelände erforderlich.

Hat man am ersten Tag den anstrengenden Weg durch das Hooker Tal geschafft, bietet es sich an, das Zelt am Fuße des Mount Mabel aufzustellen, sich am Wasserfall zu erfrischen und im Tussockgras auszuruhen. Denn der folgende Tag verlangt noch einmal die Mobilisierung aller Kraftreserven. Etwa 1300 Höhenmeter stehen auf dem Programm, und die wollen erst einmal bewältigt werden.

Den Anfang macht eine steile Schuttrinne hinauf zu den Playing Fields, einem Adlerhorst über dem Hooker Tal. Danach geht es in Serpentinen auf eine Schulter des Nordwestgrats vom Mount Mabel. Nach einer Querung des Felssporns vom Mount Rosa kann man schon den Sattel erkennen.

Am Gletscher des Passes werden die Steigeisen aus dem Rucksack geholt und es kann losgehen. Auf dem Ball Pass angekommen, eröffnet sich ein neuer Blick auf die Südwestwand des Mount Cook.

Hat man den Ballgletscher hinter sich gelassen, gilt es nun eine Strecke von ca. 2 km auf dem Grat (Ball Ridge – Schwierigkeitsgrad 2) zu klettern. Am Ende erreicht man schließlich eine Rinne, die zur Ball Shelter Hütte führt. Nach den Strapazen des Abstiegs ist man froh, endlich an der Hütte den Blick zu den Gipfeln Minaret, Malte Brun sowie Mount Elie de Beaumont schweifen zu lassen.

Leider ist diese Selbstversorgerhütte zurzeit geschlossen, da sie nah an der instabilen Moränenwand des Gletschers steht. Also sucht man sich einen sicheren Platz und verbringt eine weitere Nacht im Zelt. Der 12 km Marsch zurück in das Dorf führt an dem riesigen Tasman Gletscher entlang. Die insgesamt 27 km lange und bis zu 3 km breite Eismasse gilt als einer der längsten Gletscher außerhalb des Himalaya.

Wieder zurück in der Zivilisation ist ein Besuch im alt-ehrwürdigen, doch neu renovierten Old Mountaineer Cafe ein Muss. Hier kann man sich die verlorenen Pfunde der letzten Tage bei Kaffee und Kuchen oder auch bei einem verdienten Bier zurückholen.

Nett anzusehen sind auch die vielen, alten Fotografien der Bergsteiger und Pioniere des 19. bzw. 20. Jahrhunderts. So sitzt man hier, schaut verträumt aus dem Fenster und malt sich weitere aufregende Erlebnisse in diesem fernen Land aus.

Der Ball Gletscher (Foto: Jörg Paschke)

Nützliche Wandertouren-Tipps

Anreise
- Mit dem Auto auf dem Highway 80 zum Mount Cook Village
- Mit den Busgesellschaften Intercity (www.intercity.co.nz, Tel. 03 365 1113) oder Newmans Coach Lines (www.newmanscoach.co.nz, Tel. 03 365 1114) von Christchurch und Queenstown.

Unterkünfte
Glentanner Park Centre (www.glentanner.co.nz, Tel. 0800 453 682) am Ufer des Lake Pukaki mit verschiedenen Schlafmöglichkeiten. Stellplätze für NZ$ 18,50 und Hütten von NZ$ 95 – NZ$ 155 für 2 Personen. Mehrbettzimmer ab NZ$ 27,50.
Mt. Cook YHA: Die Jugendherberge im Mount Cook Village (http://www.yha.co.nz/Hostels/South+Island+Hostels/MtCook/MtCook.htm, Tel. 03 435 1820). Betten NZ$ 30. Zimmer NZ$ 80
Aoraki Alpine Lodge: Gemütliche Unterkünfte im mittleren Preissegmet. (www.aorakialpinelodge.co.nz, Tel. 03 435 1860). Zimmer von NZ$ 159 – NZ$ 240
Hermitage: Exklusive Übernachtungsmöglichkeit mit perfekter Aussicht auf den Mount Cook. (www.hermitage.co.nz, Tel. 0800 68 68 00) Zimmer von NZ$ 210 – NZ$ 573 für 2 Personen.

Essen
Old Mountaineers Café: (Tel. 03 435 1890).
Panorama Restaurant: Innerhalb des Hermitage Hotels. (www.hermitage.co.nz/en/dining, Tel. Tel. 0800 68 68 00)

Praktische Tipps
- Touristische Informationen: www.mtcooknz.com
- Informationen und Verhaltensregeln rund um den Mount Cook Nationalpark
- Bei Selbstversorger ist es notwendig das Essen vorher in der Stadt Twizel einzukaufen: http://www.twizel.info

Text und Fotos: Jörg Paschke, Köln

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Tourenbeschreibungen mit vielen nützlichen Infos. Unsere Autorin Eva Klassen ist die Strecke von Frankreich bis nach Santiago de Compostela gewandert.

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