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Karwendelgebirge: Wandern auf dem Gjaidsteig

Ein steiler Aufstieg, der sich lohnt (Foto: Jörg Paschke)

Trittsicher und schwindelfrei sollte sein, wer sich auf den Wanderweg entlang der deutsch-österreichischen Grenze begibt.

Der Gjaidsteig ist ein anspruchsvoller Wanderweg entlang der deutsch-österreichischen Grenze, der seinesgleichen sucht. Er wird durch die abwechslungsreiche Landschaft zu einem besonderen Bergerlebnis, das in Erinnerung bleibt.

Die Zweitagestour beginnt im beschaulichen Mittenwald (923 m). Vom Bahnhof überquert man den Inn und folgt einer Unterführung der Bundesstraße 2. Eine Forststraße mit dem Namen Dammkarstraße führt hinauf zum Ochsenboden. Am Bankerl zweigt der Weg links ab und eröffnet den Blick auf eine fesselnde Landschaft: die gewaltige Berglandschaft der Nördlichen Karwendelkette.

Startpunkt Mittenwald mit gewaltiger Kulisse (Foto: Jörg Paschke)

Ein steiler Pfad führt nun durch Latschen und Wald zur Baumgrenze und letztendlich zur urigen Hochlandhütte (1623 m). Diese Alpenvereinshütte dient als Ausgangspunkt für den Gjaidsteig am nächsten Tag. Nachdem man sich eine Nacht ausgeruht hat und die Kraftreserven für die Tour aufgebaut sind, wandert man in Serpentinen hinauf zum Wörnersattel (1989 m).

Latschengasse zum Karwendelhaus (Foto: Jörg Paschke)

Der weitere Weg wird nun schwieriger. Ein steiler Abstieg führt hinab ins Kar und geht direkt am Fuße der Berggruppe entlang. Nach einigen sehr abschüssigen Passagen erreicht man ein Schild mit der Aufschrift: Gjaidsteig über Bäralplscharte und dem Hinweis zur Schwindelfreiheit und Trittsicherheit.

Steiler Aufstieg zur Bäralplscharte (Foto Jörg Paschke)

Aufstieg auf schmalem Grat – die Nördliche Karwendelkette

Es zeigt sich schnell, dass diese Warnung durchaus seine Berechtigung hat, denn auf nur fußbreiten Tritten wandert man, begleitet von einem Drahtseil, Richtung Bäralplscharte, der Grenze von Deutschland und Österreich.

Auf diesem schmalen Wanderweg kann Gegenverkehr recht unangenehm werden. Und so ist es doch kurios, dass hier einmal im Jahr ein großer Viehtrieb von fast 150 Bergschafen diese spektakuläre Strecke bewältigen kann.

Nach einigen gefährlichen Auf und Abs erreicht man die wunderschöne Bäralplscharte (1820 m), wo ein Grenzstein die deutsch-österreichische Grenze markiert.

Blick auf die Grenze - die Bäralplscharte (Foto: Jörg Paschke)

Auf der Scharte folgt man dem Weg Richtung des Karwendelhauptkamms und hat dabei einen Ausblick auf den entfernten König des Karwendels: die Birkkarspitze (2749 m), die höchste Erhebung dieser Berggruppe.

Immer den Berg vor Augen führt der Pfad seicht durch eine Latschengasse zum Karwendelhaus (1771 m). Im Hochsommer kann dies eine Tortur werden, da der Weg keinen Schatten bietet, die Sonne erbarmungslos brennt und diese Hitze zusätzlich von den Latschen gestaut wird.

Das Karwendelhaus (roter Kreis) in idyllischer Umgebung (Foto: Jörg Paschke)

Nach dem Aufstieg – idyllischer Ausblick in gemütlicher Atmosphäre

Nach 1 ½ Stunden erreicht man den unteren Fahrweg im Tal und steigt genüsslich zur Hütte hinauf. Am Ende dieses Tages freut man sich darauf, ein wohlverdientes Hefegetränk zu sich zu nehmen und auf das leckere Bergsteigeressen des Abends zu warten.

Nach einer geruhsamen Nacht im Karwendelhaus steigt der Bergwanderer hinab nach Scharnitz (964 m). Man folgt der Forststraße immer in eine Richtung aus dem Tal hinaus. Die folgende lange Strecke ist nun weniger anspruchsvoll, doch dafür landschaftlich sehr beeindruckend.

Man hat genügend Zeit, um die Gipfel wie die Hochkarspitze, die Pleisenspitze oder die Rotwandlspitze entspannt zu genießen. Nach ca. 4 Stunden erreicht man den Grenzort und geht entlang der Hauptstraße zum Bahnhof, dem Ende dieser Karwendeltour.

Geruhsamer Abstieg mit überwältigender Naturkulisse (Foto: Jörg Paschke)

Nützliche Wanderrouten-Tipps

An- und Abreise

Zug: Stündlich besteht eine Direktverbindung ab dem Münchner Hbf nach Mittenwald. Alle 2 Stunden besteht eine Direktverbindung von Scharnitz nach München (Hbf.)
Auto: Ab München auf der A95 Richtung Garmisch-Partenkirchen, dann auf die B2 nach Mittenwald und Scharnitz

Unterkunft & Essen

Hochlandhütte, +49/(0)174/9897863 Reservierung notwendig, geöffnet von Juni bis Mitte Oktober
Karwendelhaus, Tel.: +43/5213/5623, info@karwendelhaus.de, geöffnet von Juni bis Mitte Oktober, Reservierung notwendig
Zahlreiche Restaurants und Unterkünfte in Mittenwald und Scharnitz

Anforderungen

Anspruchsvoller Steig, der Trittsicherheit und Schwindelfreiheit mit einer gehörigen Portion Kondition erfordert (Auf- und Abstieg: insgesamt ca. 1100 m).
Etappenziele: Mittenwald – Hochlandhütte – Wörnersattel – Bäralplscharte – Karwendelhaus – Scharnitz

Links

Mittenwald: www.mittenwald.de 
Scharnitz: www.seefeld.com/de/orte/scharnitz.php
Naturpark Karwendel: www.karwendel.org

Text und Fotos: Jörg Paschke

15 Wanderrouten von Aachen bis nach Trier von Jörg Paschke.
1. Auflage 2014

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