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Wanderregion Dachstein/Sazkammergut

Hallstatt – Dachstein/Salzkammergut: Seit 1997 historisches Unesco-Weltkulturerbe (Foto: Udo Haafke)
Hallstatt – Dachstein/Salzkammergut

Über allen Gipfeln ist Ruh

Wenn die letzte Seilbahn am frühen Abend leicht schwingend die Bergstation am Krippenstein verlässt, kehrt auf der Höhe, die hier gut 2.000 Meter beträgt, Ruhe ein. Himmlische Ruhe. Denn außer dem zeitweiligen Geschrei einiger zankender Alpendohlen ist nur noch der stete Wind zu vernehmen, der über die felsige Bergwelt dahingleitet, mal sanft, mal stärker. Darüber ziehen vereinzelte Wolken, wölbt sich das tiefblaue Himmelszelt, das mit zunehmender Dunkelheit von funkelnden Sternen in unendlicher Zahl abgelöst wird.

In der Ferne leuchtet dann immer noch das Eis der beiden Hallstädter Gletscher, das kalte Herz des Dachsteingebirges, während noch kurz zuvor die frostige Eisfläche ebenso wie Torstein, Dirndl, Gjaldstein und Hoher Dachstein, die herausragenden Gipfel rundum, in das warme Licht der untergehenden Sonne getaucht war.

Lodge am Krippenstein: kulinarische Genüsse und zauberhafte Aussicht (Foto: Udo Haafke)
Lodge am Krippenstein

Eine fast surreale Atmosphäre umgibt nun die wenigen Urlauber, die sich in der Lodge am Krippenstein einquartiert haben und nach entspannter Wanderung neben der zauberhaften Aussicht die kulinarischen Kreationen des Hüttenwirtes genießen. Das dargebotene, geradezu atemberaubende Alpenpanorama, seine Großartigkeit, seine Erhabenheit, lässt den Menschen als winzige, unscheinbare Kreatur in demütiger Ehrfurcht erstarren. 2.063 Meter sind für den geübten Alpinisten natürlich keine wirkliche Höhe und dennoch verfehlen die Ausblicke ihre Wirkung nicht. Das Gebiet wurde 1997 von der UNESCO zum historischen Weltkulturerbe Hallstatt – Dachstein/Salzkammergut erklärt.

„Stoamandl“ weisen den Weg

Die Landschaft präsentiert sich hier oben eher karg. Nur an wenigen geschützten Stellen und Flecken sprießt etwas Grünes hervor aus dem schroffen, karstigen Gemenge aus Fels, Stein und Geröll. Typische, regionale Alpenvegetation, zart blühend, schön anzusehen in ihrer Verletzlichkeit zwischen den vorherrschenden Grautönen. Bergwanderer, die auf diversen, gut markierten Strecken diese besondere Dachstein Wanderwelt erkunden, hinterlassen bei ihrem Besuch gerne kleine Steintürmchen. Diese erreichen im Laufe der Zeit eine recht erkleckliche Größe. Neben ihrer dekorativen besitzen diese Steinfiguren, die Stoamandl, eine sehr nützliche Funktion, denn wenn das Wetter in eine feuchte und neblige Richtung umschlägt, helfen die gestapelten Steine bei der Wegfindung. Mittlerweile sind sie so populär, dass richtige Wettbewerbe organisiert werden.

Sie wirkt aus der Ferne wie der metallisch-glänzende Bug eines Schiffes: die Welterbespirale – eine Aussichtsplattform (Foto: Udo Haafke)
Welterbespirale im Dachstein

Spektakuläre Aussichtsplattform

Unmittelbar am höchsten Punkt des Krippensteins befindet sich eine hölzerne Kapelle. Sie wurde errichtet im Gedenken an eine 13-köpfige Schülergruppe aus Heilbronn, die Ostern des Jahres 1954 unter widrigsten Wetterbedingungen zu Tode kam. Eine erschütternde, weil leider vermeidbare Geschichte ohne Happy End. Das schlichte Innere des Gotteshauses passt zum traurigen Anlass und gibt Gelegenheit zu Besinnung und Andacht, so mancher flüchtet jedoch lediglich hinein, um einem plötzlichen Wetterumschwung zu entfliehen. Oberhalb der Kapelle sorgt eine kunstvoll geschwungene, überdimensionale und verspiegelte Skulptur für Aufsehen. Es ist die Welterbespirale, eine modern gestaltete Aussichtsplattform. Vom Krippensteingipfel führt sie im schwungvollen Bogen zum Welterbegipfel. Dieser läuft an der höchsten Stelle spitz zu und wirkt aus der Ferne wie der metallisch-glänzende Bug eines Schiffes.

Blick auf den herbstlichen Hallstädter See (Foto: Udo Haafke)
Hallstädter See

Auf dem Hang davor wurden einige Sitzmöbel installiert, deren ungewöhnliche Formen zunächst Zweifel an ihrer Bequemlichkeit aufkommen lassen, denen aber eine gewisse Gemütlichkeit nicht abzusprechen ist. Nichts für Schwindelfreie ist schließlich eine der spektakulärsten Aussichtsplattformen im gesamten Alpenraum. Einer gespreizten Hand gleich ragen die Five Fingers ins Nichts. Darunter geht es locker 400 Meter in die Tiefe. Jeder Aussichtssteg ist etwas anders beschaffen, beliebt ist der mit dem Glasboden. Unten im Tal liegt der Hallstädter See wie ein schwarzer, geschliffener Diamant zwischen den hohen Bergen, liegen die Orte Hallstadt und Obertraun aufgestellt wie in einem Modelleisenbahndiorama.

Enger Kontakt zum Eis

Der Welterbe-Titel begründet sich aber nicht nur auf die offensichtlichen Äußerlichkeiten der Dachsteinregion. Auch das Innere hat einiges zu bieten. Allein drei spektakuläre Höhlen locken zum Besuch, wovon die Dachstein-Rieseneishöhle nicht die Größte, aber vielleicht die Eindrucksvollste ist. Ihr Eingang liegt an der Schönbergalm, Umsteigestation der Seilbahn auf halbem Wege von Obertraun hinauf zum Krippenstein. Während der Weg hinauf eine schweißtreibende Angelegenheit sein kann, herrschen innerhalb der faszinierenden Grotte permanent Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Wie der Name schon verspricht sind die natürlichen Eisformationen, die aus gefrierendem Sickerwasser entstanden und immer wieder neu entstehen, die besonderen Attraktionen der Höhle. Der Weg hindurch wurde sorgfältig präpariert, sodass die Besucher nicht um ihr Wohlbefinden fürchten müssen. Gleichwohl sind einige Treppen und Engstellen zu passieren, wobei schon ein enger Kontakt zum Eis möglich wird. Durch den geschickten und wechselnden Einsatz von, mitunter auch farbigem Licht wirken die meist kegelförmigen Eisobjekte ausgesprochen beeindruckend. Sie erscheinen monumental mit einem Hauch von Mystik im hallenartigen Umfeld und lassen viel Spielraum für eigene Interpretationen ihres Erscheinungsbildes. Zusätzlich wurden einige Kunstinstallationen und Videoprojektionen eingerichtet, geschaffen von Studenten der Kunstuniversität Linz. Darunter ein kleiner Bergsteiger, der wieselflink eine steile Wand erklimmt.

Alljährlich im August wird einer der großen Höhlenräume, der Parzivaldom, zum kleinen Konzertsaal. Als Bestandteil der Eisklangkonzerte spielt ein Musikvirtuose am Klavier innerhalb der Höhlenkulisse auf und liefert ein ungewöhnliches Hörererlebnis.

Dachstein-Rieseneishöhle: Der Weg hindurch ist sorgfältig präpariert (Foto: Udo Haafke)
Dachstein-Rieseneishöhle

Tiefste Höhle der Welt

Nach aktuellem Stand der Forschung gehört die Mammuthöhle zu den tiefsten und längsten der Welt ihrer Art. Von den bis dato bekannten und im Laufe der letzten 100 Jahre entdeckten 60 Kilometern Höhlensystem können jedoch nur knapp 1.000 Meter besichtigt werden. Die immensen Dimensionen, riesigen Räume und endlosen Gänge und nicht der Fund eines Urzeittieres sind für ihre Namensgebung verantwortlich. Eindrucksvoll präsentieren sich die unterschiedlichsten Gesteinsschichten und -strukturen an den Höhlenwänden in einem großen Spektrum aus Farbtönen von hellem Gelb bis zu dunklem Rot und Braun und das Reich der Schatten lädt zu fantasievollen Gedanken und Spekulationen über die entdeckten Bilder und Motive. Auch hier sind einige inspirierende Lichtinstallationen angebracht worden.

Erdgeschichtlich die jüngste der drei Höhlen war die Koppenbrüllerhöhle schon im 19.Jahrhundert bekannt. Einheimische führten Interessierte damals bereits ins dunkle, etwas geheimnisvolle Innere, in welchem das gewaltige Rauschen des Koppentraunbaches nahezu jede Konversation unmöglich macht. Vermutlich verdankt sie ihren Namen der Tatsache, dass man sich in ihr nur sehr lautstark miteinander unterhalten kann und konnte. Gespenstergeschichten und unheimliche Begebenheiten ranken sich um diese Höhle, in der das Höhlentrekking, geführte Höhlenforschungstouren einen besonderen Nervenkitzel versprechen. Die Grotte selbst liegt am Ortsende des Dörfchens Obertraun unterhalb des Dachsteinmassivs und nicht mehr weit von der Landesgrenze zwischen Oberösterreich und der Steiermark.

Die gespenstiche Koppenbrüllerhöhle liegt am Ortsende des Dörfchens Obertraun und lohnt einen Besuch (Foto: Udo Haafke)
Koppenbrüllerhöhle

Schiffsverkehr auf dem Hallstädter See

Obertraun und Winkl markieren das südliche Ende des Hallstädter Sees, der sich malerisch zwischen die hohen Berge schmiegt. Ein reger Passagierverkehr mittels kleinen Dampfern stellt eine erholsame und romantische, wenn auch etwas zeitaufwändigere Alternative zum Auto dar. Die Verbindung führt von Obertraun über das erdgeschichtlich hochinteressante und bedeutsame Hallstadt nach Obersee und Untersee und blickt auf eine nun schon 150-jährige Historie zurück. In den ersten Jahren war das Wasserfahrzeug das einzig mögliche Transportmittel für die Bevölkerung des Ortes, der heute etwa 800 Einwohner zählt. Dabei stellt die Schiffslinie von Hallstadt-Markt zum Bahnhof Bad Goisern eine weitere Besonderheit dar, denn sie ist während des gesamten Jahres betriebsbereit, da der See auch in kalten Wintermonaten nur in Teilbereichen zufriert.

Erholsame Reise: mit dem Schiff von Ort zu Ort auf dem Hallstädter See (Foto: Udo Haafke)
Hallstädter See

Information
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Oberösterreich allgemein
Salzkammergut und Welterberegion Dachstein

Anreise
Die schnellste Anreise erfolgt mit dem Flugzeug nach Salzburg und Weiterfahrt mit Bus oder Mietwagen in die Dachstein-Welterberegion, Fahrtdauer etwa eine gute Stunde.

Unterkunft
Ganzjährig geöffnet ist die Lodge am Krippenstein auf 2.063 m Höhe,
In Obertraun am Hallstädter See gibt es einige Hotels und Privatunterkünfte.

Text und Fotos: Udo Haafke

Alle Angaben wurden von dem Autor nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt und von der Redaktion von Hayit Medien und Wandertouren-Magazin.de überprüft. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.

Die Recherche wurde unterstützt durch Oberösterreich Tourismus.

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