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Die ganze Familie wandert auf dem Lechweg

Der Lechweg wurde im Juni eingeweiht und von der EWV ausgezeichnet (Foto: www.pressebuero-freiburg.de)

Genusswandern für jedermann in den Tiroler Alpen

Von Ralf Deckert

Hohe Berge, bequeme Wege: Der Lechweg ist ein ganz besonderer Weitwanderweg durch die Tiroler Alpen. Er verläuft auf einer Länge von mehr als 120 km von der Quelle des Lechs am Formarinsee/Region Vorarlberg bis zum Lechfall im bayerischen Füssen im Allgäu. Der Weg wurde im Juni 2012 nach drei Jahren Planungsarbeit eingeweiht und richtet sich auch an weniger geübte Wanderer, die alpin wandern, nicht aber klettern wollen. Das Konzept füllt aus touristischer Sicht eine Marktlücke, der Lechweg soll europaweit als Modellprojekt dienen und wurde von der Europäischen Wandervereinigung (EWV) als erster Wanderweg in Europa mit dem Qualitätssiegel „Leading Quality Trails – Best of Europe“ ausgezeichnet.

Ein Spazierweg ist er allerdings nicht: Solides Schuhwerk und eine ordentliche Wanderausrüstung sind auch auf dem Lechweg unerlässlich. Für eine komplette Wanderung von der Quelle bis zum Lechfall sollte man eine Woche Zeit einplanen. Die Wandersaison dauert von Mai bis Oktober. Im Sommer bietet das Lechtal zudem alle möglichen Sportmöglichkeiten wie Kajak, Rafting, Klettern, Laufen oder Gleitschirmfliegen.

Im Lech können sich wegen der niedrigen Temperaturen kaum Algen vermehren – daher seine helltürkise Färbung (Foto: www.pressebuero-freiburg.de)

Aber wie wandert es sich dort nun? Noch dazu mit zwei 11-jährigen Kindern im Schlepptau? Über drei Etappen haben wir über mehr als 30 km zwischen schroff aufragenden Gipfeln und dem magisch funkelnden Lech erkundet, also rund ein Drittel der Gesamtstrecke. Das Ergebnis: Nicht nur die Erwachsenen hatten an diesen drei Tagen eine Menge Spaß. Die erste Etappe der Familienwanderung führte dabei von Lechleiten, einem winzigen Nest in einem Seitental des Flusses, nach Steeg. Erst im letzten Drittel dieser Wanderung stößt man auf diesem Abschnitt auf seine tosenden, türkisblauen Wellen im Tal. Doch gewährt der Weg dorthin spektakuläre Bergpanoramen quasi auf Schritt und Tritt und man muss diese Berge dafür nicht einmal besteigen. Für Kletterer ist dennoch gesorgt: Sie kommen an zwei präparierten Naturklettergärten auf ihre Kosten, die auch die schwersten Schwierigkeitsgrade abdecken.

Auch für ungeübte Wanderer ist der Lechweg gut zu meistern (Foto: www.pressebuero-freiburg.de)

Am zweiten Wandertag von Steeg nach Bach passieren wir zunächst einen spektakulären Wasserfall bei Steeg, bevor wir in Holzgau das Höhenbachtal am Ortsrand erklimmen, denn hier oben wartet die längste Hängeseilbrücke Österreichs auf uns: ein Spaß für die Mutigen, mehr als 200 m lang, über 110 m hoch und nur einen Meter breit. Von der Brücke aus führt der Lechweg über die Schigge, eine wunderschöne Wiesen- und Waldlandschaft, weiter in Richtung Bach. Dieses Stück des Lechwegs ist vielleicht das anspruchsvollste Streckenstück der drei Wandertage. Kurz vor dem Örtchen Bach erreicht man auf 1.200 m Höhe die Talstation der Jöchelspitzbahn. Die Seilbahnfahrt ist lohnend, denn von der Bergstation auf der 1.800 m hoch liegenden Sonnalm öffnet sich ein wunderschöner Blick weit über das Alpenpanorama Tirols hinweg.

Die dritte Wanderetappe auf dem Weg zum letzten Etappenziel in Häselgehr verläuft bequem über mehrere Kilometer direkt am unverbauten Lechufer entlang. Der Fluss ist eine Rarität in Europa, da er nahezu ohne künstliche Eingriffe fließt und Geröll und Kies vor sich her schiebt, wie es ihm gefällt. Manchmal ändert er noch heute von einem Jahr zum nächsten seinen Lauf.

Vom Lechweg aus hat man einen tollen Ausblick über das Alpenpanorama Tirols (Foto: www.pressebuero-freiburg.de)

Da der Lech sehr kalt ist, gibt es hier kaum Algen oder Plankton. Das ist auch der Grund für seine faszinierende, helltürkise Färbung. Als wir schließlich am Ende des dritten Tags unserer Wanderung von Häselgehr aus zurück zum Start nach Lechleiten fahren, sind alle mächtig stolz: Insgesamt haben wir über 30 Kilometer zu Fuß geschafft. Für vier erwachsene Schreibtischtäter und zwei „echte Großstadtkinder“ finden wir das sehr beachtlich.

Der Lechweg ist übrigens – noch – fast ein Geheimtipp: Mittelfristig soll er der Region rund 6.000 zusätzliche Übernachtungen im Jahr bringen. Mit Massentourismus hat das nichts zu tun. Und so hat man beim Wandern den Weg die meiste Zeit sogar in der Ferienzeit für sich. Und dass die beiden Kinder am Ende sogar nach einer baldigen Wiederholung gefragt haben, macht die Sache zum umso größeren Erfolg.

Mehr Informationen über den Lechweg:

In verschiedenen Gasthäusern, nicht weit vom Wanderweg, kann man eine Rast einlegen (Foto: www.pressebuero-freiburg.de)

Der Lechweg verbindet die drei Regionen Vorarlberg, Tirol und Bayern auf einer Strecke von über 120 km. Der Weg ist in 15 Etappen aufgeteilt, die mit unterschiedlicher Streckenlänge und unterschiedlichen Höhenprofilen vom „leichten Wanderweg“ bis zum „anspruchsvollen Bergweg“ für Wanderer mit unterschiedlichen Ambitionen und Fitnessgraden geeignet sind.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten unterwegs zählen der Formarinsee nahe der Lechquelle, die einladende Hütte auf der Bodenalpe bei Lech am Arlberg (Dienstag Ruhetag), die Naturkäserei Sojer in Steeg (die einzige Käserei im Lechtal), das Hallenbad Aqua Nova in Steeg. Spannend und mystisch: Der Doser Wasserfall, der bei Häselgehr (angeblich) nur vom 23. April bis 11. November sprudelt, danach aber von einem Drachen im Berg wieder abgeschaltet wird. Am Ende des Lechwegs, in und um Füssen, warten die Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein auf die Wanderer. Sehenswert sind auch der Lechfall bei Füssen und die historische Altstadt Füssens. Insgesamt werden für den Lechweg rund 31 Stunden reine Gehzeit veranschlagt, der Weg führt vom Start zum Ziel über rund 1.900 m Auf- und 2.950 m Abstieg von einer Berghöhe von knapp 1.900 m im Quellgebiet auf rund 800 m Höhe bei Füssen.

Die Anfahrt erfolgt von Norden über die A7 oder die die B17 (Romantische Straße) und die A96/B16 direkt nach Füssen. Von dort geht es über A7 und die B179 bis Reutte und dann über die L198 nach Lech zum Ausgangspunkt des Wegs. Lech am Arlberg erreicht man zudem von Bregenz aus über den Bregenzerwald auf der L 200, bzw. via Schweiz. Der Lechweg ist gut an den Öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen. Auf allen Etappen gibt es Partnerbetriebe nahe am Weg, die sich für Einkehr und Übernachtung empfehlen. Weitere Tipps zur Reiseplanung, Anfahrt, Gepäcktransport, Etappen und Etappenprofilen, Buchung von Übernachtungen, etc.: www.lechweg.com.

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