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Costa Blanca von oben: Wanderung durch den Felsentunnel der Sierra de Bernia

Bergschuhe statt Bikini: Die Costa Blanca in Spanien ist ein ausgezeichnetes Wandergebiet. Hier sind Bergwanderungen mit alpinem Charakter in Höhen über 1000 Metern möglich. Ein Klassiker ist die Umrundung der Sierra de Bernia mit fantastischen Ausblicken auf Benidorm und der Querung eines Felsentunnels.

Sierra de Bernia Ausblick zur Küste
Von der Sierra de Bernia hat man einen fantastischen Ausblick auf die Küste mit Moraira und dem Cumbre del Sol (Foto: Ursula Pfennig)

Erstes Etappenziel: Die Wasserquelle „Fuente de Bernia”

Empfohlen wird die Umrundung der Sierra Bernia im Uhrzeigersinn. Vom Ausgangspunkt an der Infotafel halten wir uns also zunächst links und folgen etwa 20 Minuten einer schmalen, asphaltierten Straße zur Quelle „Fuente de Bernia“. Hier kann man auch seine Wasserflasche füllen. Der Weg ist zunächst sehr einfach, wird auch von Spaziergängern mit Kinderwagen genutzt, bietet aber schon spektakuläre Ausblicke über Olivenhaine bis zur Küste mit Moraira und dem Montgó.

Sierra de Bernia Aussicht
Auf dem Weg zur Fuente de Bernia wird dem Wanderer beim Aufstieg zur Sierra de Bernia bereits eine wunderschöne Aussicht geboten. Olivenhaine erstrecken sich bis zur Küste (Foto: Ursula Pfennig)

Hinter der Fuente de Bernia geht es steil bergauf, zunächst über Stufen, dann über einen schmalen Bergpfad. Der Pfad ist gesäumt von Kräutern und Büschen: Thymian, Rosmarin und wilder Fenchel zum Beispiel, oder Zwergpalmen und Ginster. Dazwischen setzen einzelne Steineichen und Pinien markante Landzeichen.

Sierra de Bernia Aufstieg
Der Weg hinauf zur Sierra de Bernia, die aus weißem Kalk besteht, ist gesäumt von allerlei Zwergpalmen, Büschen und Kräutern wie Thymian und Rosmarin (Foto: Ursula Pfennig)

Aufstieg zur Sierra de Bernia

Die Sierra de Bernia besteht aus weißem Kalk, der in einem imposanten Kamm senkrecht aufragt. Der Weg ist steinig, im oberen Teil muss man in felsigen Abschnitten auch schon einmal die Hände zu Hilfe nehmen. Der Ausblick zur nahen Küste in Verbindung mit dem schroffen Gebirgskamm vermittelt das Gefühl, im Hochgebirge unterwegs zu sein, obwohl wir uns nur in Höhen zwischen 600 und 1000 Metern bewegen.

Wandern zur Sierra de Bernia
Bei dem steinigen Weg hinauf zur Sierra de Bernia müssen in manchen Abschnitten sogar die Hände zu Hilfe genommen werden (Foto: Ursula Pfennig)

Logenplatz über dem Mittelmeer

Nach etwa einer Stunde Aufstieg steht man vor einem natürlichen Tunnel durch den Gebirgskamm, den Forat de Bernia (925 m). Der Tunnel ist etwa 30 Meter lang und an der niedrigsten Stelle knapp einen Meter hoch. Eine Taschenlampe benötigt man nicht, man sieht immer den Ausgang. Der Austritt ist spektakulär – ein Logenplatz über dem Mittelmeer! Das Meer glitzert, und die Wolkenkratzer von Benidorm wirken von hier oben wie Spielzeughäuser. 

Forat de Bernia Panorama
Beim Austritt aus dem Tunnel Forat de Bernia wird der Wanderer mit einem fantastischen Panorama belohnt (Foto: Ursula Pfennig)

Zwischenstopp an der Festung

Zwischen Zwergpalmen und Geröllhalden geht es – immer mit Blick auf das Meer – zu den Ruinen der Festung Fort de Bernia. Philipp II. hat es 1562 errichten lassen, um die maurische Bevölkerung zu kontrollieren. Die Festung wurde jedoch bald wieder aufgegeben, weil man von hier oben zwar sehen konnte, was an der Küste vor sich ging, aber nicht eingreifen konnte.

Fort de Bernia Costa Blanca
Die Ruinen des Fort de Bernia: Die Festung wurde 1562 errichtet, jedoch relativ bald wieder aufgegeben (Foto: Ursula Pfennig)

Von der Festung aus führt ein Klettersteig auf den Gipfel der Sierra de Bernia (1.126 m). Dieser Aufstieg ist anspruchsvoller als der Rundweg, mit Schwierigkeiten von T4 bis T5. Wer den Gipfel besteigen möchte, muss dafür etwa eine Stunde zusätzlich einzuplanen.

Sierra de Bernia Gipfel
Gutes Schuhwerk wird empfohlen, da auch auf dem normalen Rundweg einige Geröllfelder zu queren sind (Foto: Ursula Pfennig)

Rückweg über Pinienwälder und Obstgärten

Hinter der Festung gelangt man über einen Bergsattel auf die westliche Hangseite. Nun öffnen sich Blicke auf das einsame Tal des Rio Algar und das Bergdorf Tárbena. Schließlich stößt der Pfad auf eine Forststraße, die sich in Serpentinen durch Pinienwälder windet und schließlich durch üppige Obstgärten zum Ausgangspunkt an den Casas de Bernia führt.

Sierra de Bernia Tal des Rio Algar
Traumhafte Aussichten: Blick auf das Tal des Rio Algar und das Bergdorf Tárbena (Foto: Ursula Pfennig)
Sierra de Bernia
T-Shirtwetter auch im Winter (Foto: Ursula Pfennig)

Reisezeit

Ein heißer Tipp für den Winter, denn Schnee fällt hier selten. Bei gutem Wetter kann es auch Anfang Januar so warm werden, dass man in T-Shirt wandern kann. Im Frühjahr blühen und duften die Kräuter besonders schön. Im Hochsommer ist es sehr heiß. Die Sonne geht an den kürzesten Tagen des Jahres etwa um 18 Uhr unter.

Wanderweg Sierra de Bernia
Trekkingschuhe und Trittsicherheit sind hier erforderlich (Foto: Ursula Pfennig)

Schwierigkeit

8,9 Kilometer, 350 Höhenmeter Anstieg, etwa vier Stunden Gehzeit. Gepflegter und gut markierter Weg. Trekkingschuhe und Trittsicherheit erforderlich (T2).

Der Abstecher bis zum Gipfel (etwa 1,5 Stunden zusätzlich) ist anspruchsvoller (T4-T5) und sollte nur von erfahreneren Bergwanderern in Angriff genommen werden.

Sierra de Bernia Costa Blanca
Beeindruckende Ausblicke in der Sierra de Bernia (Foto: Ursula Pfennig)

Pluspunkte

Fantastische Ausblicke auf die Küste mit Moraira und Benidorm. Abwechslungsreicher Weg, zum großen Teil am Fuß verkarsteter Felsformationen durch Zwergpalmen und Ginster, manchmal auch über Geröllhalden oder Felsen. Querung eines etwa 30 m langen Felstunnels. Sehenswerte Festungsanlage.

Sierra de Bernia Costa Blanca
Die Sierra de Bernia ist auch für Nichtwanderer ein beliebtes Ziel (Foto: Ursula Pfennig)

Anfahrt

Ausgangspunkt der Wanderung sind die Casas de Bernia an der C-749 zwischen Benissa und Jalon. Von Benissa kommend den Ort über die C 750 Richtung Jalon verlassen. Direkt hinter der Kreuzung zweigt die C 749 Richtung Pinos ab. Die Passstraße führt in engen Kurven durch das Dorf Pinos bis zu den Casas de Bernia in 616 m Höhe.

Die Casas de Bernia sind nicht ausgeschildert. Wenn die Straße zu enden scheint nach links abbiegen (nicht in Richtung der ausgeschilderten Restaurants). Kurz hinter dem Restaurant "Sierra de Bernia" an den Infotafeln parken. Der auch von hier aus schon beeindruckende Weitblick über die Marina Alta sowie mehrere Restaurants und Spazierwege machen die Gegend auch bei Nichtwanderern zu einem beliebten Ausflugsziel.

Sierra de Bernia Costa Blanca
Der Rundweg um die Sierra de Bernia ist in 4 Stunden gut zu schaffen (Foto: Ursula Pfennig)

Route und Markierung

Die Tour ist rot-weiß markiert. Sie ist auf der Infotafel ausgewiesen. Hier ist allerdings eine Gehzeit von 8 Stunden angegeben. Nicht irritieren lassen – der Rundweg ist in etwa 4 Stunden gut zu schaffen. Wegen der tollen Ausblicke und der Möglichkeit, die Festung zu besichtigen, kann jedoch auch deutlich mehr Zeit eingeplant werden.

Tipps und Infos

Unterkünfte an der Küste
Von der Sierra de Bernia blickt man auf sehr unterschiedlicher Küstenorte. Benidorm gilt als „Manhattan des Mittelmeeres“. Seine Wolkenkratzer gehören zu den höchsten Europas. Nirgendwo sonst in Spanien wurde der Massentourismus so konsequent umgesetzt wie hier. Auch das wesentlich kleinere Calpe wird von Hochhäusern geprägt. In Moraira gibt es kaum Hotels, dafür jedoch sehr viele private Villen.

Calle Manzano
Die Modedesignerin Eva Weinreich verwirklichte sich einen Lebenstraum, als sie das unter alten Pinien versteckte Häuschen in der Calle Manzano von Moraira 2014 komplett renovierte und mit wohl ausgesuchten, zum Teil eigens angefertigten Möbeln ausstattete. Wenn sie nicht selbst dort ist, vermietet sie es auch privat. Mit eigenem Pool, zwei Schlafzimmern, je nach Saison etwa 400-700 Euro pro Woche.
Kontakt: Eva Weinreich, e.we.mode@gmx.de, Tel. 02381 / 432450

Hotel Los Limoneros
Nett geführtes, hübsches und sauberes 3-Sterne-Haus mit Pool in Moraira, etwa 500 Meter vom Strand entfernt. Die Zimmer mit Balkon sind im spanischen Finca-Stil eingerichtet und verfügen über Kühlschrank und Wasserkocher. www.loslimoneros.de

Einkehr
Restaurante Sierra Bernia am Ausgangspunkt der Rundwanderung, Tel. +34 676 871 866 oder +34 609 129 729

Flüge und Mietwagen
Günstige Flüge gibt es nach Alicante etwa 100 km südlich von Moraira. Von dort gelangt man zwar mit Bussen nach Moraira, doch vor Ort ist ein Auto sehr nützlich.

Dickmanns Rent a Car
Am Flughafen in Alicante sind alle großen Mietwagenfirmen vertreten. Dickmanns ist eine kleinere Firma mit gutem Service (teilweise deutschsprachig) und einer Niederlassung in Moraira.
www.dickmannsrentacar.com

Allgemeine Infos
www.outdoor-costa-blanca.info
www.costablanca.org
www.costanachrichten.de

Text und Fotos: Ursula Pfennig

Alle Angaben wurden von der Autorin nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt und von der Redaktion von Hayit Medien und Wandertouren-Magazin.de überprüft. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.

Die Autorin Ursula Pfennig
(Foto: Henrik Wiemer)

Ursula Pfennig, arbeitet als freie Journalistin, Geografin und Autorin in Hamm. Auf Wanderungen – am liebsten weit und allein – bewahrt sie sich das Staunen über das vermeintlich Vertraute und das Neue. Spanien wurde ihr während Studien- und Forschungsaufenthalten zur zweiten Heimat. Ihre  Erfahrungen gibt sie in Workshops und auf Schreibreisen weiter.

www.ursulapfennig.de

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