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Auf den Spuren des heiligen Jakobus: Die Geschichte des Jakobswegs vom Mittelalter bis heute

Seit Jahrhunderten pilgern Menschen nach Santiago de Compostela in Norspanien. Heute stehen neben religiösen Motiven auch das sportliche Erlebnis oder die Gemeinschaft und der Austausch mit anderen Pilgern im Vordergrund der Pilgerreise. Ursprünglich wanderten Christen aber nach Santiago de Compostela, um das Grab des Apostels Jakobus zu besuchen und die Vergebung ihrer Sünden zu erreichen.

Wie der Apostel Jakobus nach Nordspanien kam

Der Überlieferung zufolge missionierte der Apostel Jakobus auf der Iberischen Halbinsel und kehrte schließlich nach Israel zurück. Obwohl seine Missionsbestrebungen nicht besonders erfolgreich gewesen seien, sei sein Leichnam nach seinem Tod wieder auf die Iberische Halbinsel überführt worden. Im heutigen Santiago de Compostela sei er schließlich begraben worden.

Die Bedeutung des Apostelgrabs

Lange Zeit war die Iberische Halbinsel arabisch besetzt und muslimisch geprägt. Anfang des 9. Jahrhunderts entdeckte man angeblich das Grab des Apostels in jenem Ort wieder, der heute Santiago (Sankt Jakobus) de Compostela heißt. Das war die Chance für die auf der Iberischen Halbinsel recht schwache katholische Kirche, ihre Macht zu demonstrieren.

Mitte des 9. Jahrhunderts soll Jakobus sogar höchstpersönlich gegen die Araber gekämpft und den Christen zum Sieg verholfen haben. Das war der Beginn einer Jahrhunderte andauernden Pilgerbewegung zum Grab des Jakobus.

„Der Weg ist das Ziel” - viele Menschen wandern auf dem Jakobsweg, um sich selber zu finden (Foto: Adolf Riess / pixelio.de)

Die Pilger

Seit dem Mittelalter gehört der Jakobsweg zu den wichtigsten Pilgerwegen der katholischen Kirche – neben den Pilgerzielen Rom und Jerusalem. Die Pilger nahmen die beschwerliche Reise zum Grab des Apostels Jakobus auf sich, um Sündenvergebung zu erlangen, oder damit Gott eine Krankheit heile.

Oft wurde Pilgern die Reise von der Kirche aber auch als Bestrafung für Sünden auferlegt. Einige könnten aber auch ähnliche Motive gehabt haben wie es heute oft der Fall ist – allen voran die Abenteuerlust.

Die Pilger müssen einen langen Weg durch die Pyrenäen wandern (Foto: Hans-Jakob Weinz / pixelio.de)

Die Bedeutung des Jakobswegs im Laufe der Zeit

Zunächst hatte der Jakobsweg vor allem regionale Bedeutung. Doch man weiß von Pilgern, die schon zu Anfang des 10. Jahrhunderts aus anderen Ländern kamen. Zu diesem Zeitpunkt war Nordspanien bereits ein christliches Gebiet. Einen ersten Höhepunkt erlebte der Pilgerweg im 11. Und 12. Jahrhundert. Der nächste Höhepunkt folgte, als im 15. Jahrhundert die so genannten Gnadenjahre eingeführt wurden. Noch heute ist immer dann heiliges Jahr, wenn der Jakobustag (25. Juli) auf einen Sonntag fällt. Im heiligen Jahr erhalten alle Pilger einen vollkommenen Ablass ihrer Sünden. Schon im 15. Jahrhundert kamen Pilger sogar aus Nord- und Osteuropa. In der Neuzeit schlief die Bedeutung des Jakobswegs zunächst ein. Es folgte ein Aufschwung im 17. Jahrhundert.

Doch daran schloss ein weiterer Bedeutungsabfall an. 1589 waren die angeblichen Gebeine des Jakobus versteckt worden, um sie vor Angreifern zu schützen. 1879 entdeckte man sie wieder. In der Folge kamen wieder mehr Pilger. Im 20. Jahrhundert hat der Jakobsweg seit den 70er Jahren wieder an Bedeutung gewonnen – und es scheint, als würden die Pilgerströme so schnell nicht abreißen.

Die faszinierende Naturlandschaft motiviert zum Durchhalten (Foto: Hans-Jakob Weinz / pixelio.de)

Text: Eva Klassen

Nützliche Informationen

Eine Pilgerreise auf dem Jakobsweg erfordert eine gute Planung. Hilfe dazu bietet die Deutsche St. Jakobus-Gesellschaft e.V.

Deutsche St. Jakobus-Gesellschaft e.V.
c/o Fred Hasselbach
Wiesengrund 11
24794 Borgstedt
Tel. 04331-38001

1 Kommentar

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#1 Walter schrieb am 13.03.2013 01:19

Wer kann Erfahrungen zum Jakobsweg mit einem (kleinen-Jack-Russel) Hund als Begleiter geben??

Darf der in der Herberge schlafen?

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