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70 Kilometer in drei Tagen: Von Saint-Jean-Pied-de-Port bis Pamplona auf dem Jakobsweg

Die drei ersten Tage auf dem Camino Frances - dem französischen Jakobsweg

800 Kilometer liegen zwischen der französischen Pyrenäenstadt Saint-Jean-Pied-de-Port und Santiago de Compostela – dem Ziel tausender Pilger, die sich jedes Jahr auf den Weg machen. In dem kleinen französischen Ort starten die meisten Pilger, die den Camino Frances – den französischen Jakobsweg – gehen. Nach nur einem Tagesmarsch ist man bereits in Spanien und hat eine der härtesten Etappen des gesamten Pilgerwegs hinter sich gebracht:

Auf dem Jakobsweg erwarten die Pilger steile Anstiege (Foto: Eva Klassen)

Zunächst führt die Wanderstrecke 1200 Höhenmeter steil hinauf, dann folgt ein steiler Abstieg, bei dem man 200 Höhenmeter zurücklegt, bis das spanische Örtchen Roncesvalles erscheint. Insgesamt wandert man an diesem ersten Tag auf dem Jakobsweg 26 Kilometer. Doch es gibt auch eine Alternative: Eine Zwischenübernachtung auf dem Weg nach Roncesvalles. Aber der Reihe nach.

Saint-Jean-Pied-de-Port

Das kleine Städtchen ist sehr übersichtlich und daher ein guter Startpunkt. Ein paar hundert Meter vom Bahnhof entfernt liegen mehrere Herbergen und die Pilgerinformation. Hier erhalten Pilger ihren Ausweis, den man für die Übernachtung in günstigen Pilgerherbergen benötigt. In der Pilgerinformation weisen Mitarbeiter Anreisende zu Pilgerherbergen. Es lohnt sich, erst einmal in Saint-Jean-Pied-de-Port zu übernachten und nicht sofort loszuwandern. Der niedliche französische Ort hat viele schöne Gassen und lässt sich an einem Tag gut entdecken.

Unterwegs in den Straße von Saint-Jean-Pied-de-Port (Foto: Eva Klassen)

Die erste Tagesetappe: Saint-Jean-Pied-de-Port bis Roncesvalles

Wie immer auf dem Jakobsweg sollte man früh ins Bett gehen, um am nächsten Tag zwischen 6 und 7 Uhr zu starten. Einige Herbergen bieten Frühstück an. Ist das nicht der Fall, sollte man am Vortag ausreichend Proviant besorgen – auch für den gesamten Wandertag. Denn es gibt keine Einkaufsmöglichkeit auf dem Weg. Gerade ungeübte Wanderer werden bei dieser Etappe an ihre Grenzen stoßen – aber keine Angst: Es wird besser.

Der Weg führt von Saint-Jean-Pied-de-Port aus zunächst rund 5 Kilometer steil bergauf bis Huntto, einem kleinen Ort, in dem es auch eine Pilgerherberge gibt. Weitere zweieinhalb Kilometer führen steil den Berg hoch bis Orisson. Auch hier gibt es eine Übernachtungsmöglichkeit. Wer an einem Tag nicht den gesamten Aufstieg bewältigen will, kann hier einkehren. Nach Orisson geht es etwa 18 Kilometer weiter bis Roncesvalles. Dazwischen gibt es keine Herbergen. Der höchste Punkt der Wanderung liegt auf 1400 Höhenmetern. Eine schöne Aussicht entschädigt für die Strapazen auf steiler Strecke. Nun geht es 200 Höhenmeter bergab. Vorsicht! Hier ruinieren sich bereits manche Pilger ihre Knie. Also lieber langsam gehen, Pausen machen und den Körper schonen. Die gesamte Wanderetappe ist anspruchsvoll, weil so viele Höhenmeter zurückgelegt werden. Doch auch Anfänger können die Strecke bewältigen, denn die Wege sind meist sehr breit.

Enorme Trittsicherheit ist nicht erforderlich. In Roncesvalles angekommen, gibt es eine große Herberge, in die man müde und dankbar für ein Bett einkehrt. In einer nahe gelegenen Kneipe bekommt man ein wohl verdientes Bier nach dem anstrengenden Wandertag.

Der schwere Aufstieg wird mit einer wunderschönen Aussicht belohnt (Foto: Eva Klassen)

Die zweite Tagesetappe: Roncesvalles bis Larrasoana

Im Vergleich zur ersten Etappe ist die Strecke nach Larrasoana ein wahrer Spaziergang. Die Höhenunterschiede sind deutlich reduziert, die Wege sind nicht mehr so steil. Es geht zum Teil durch Schatten spendenden Wald auf fußfreundlichem Untergrund. Rund 28 Kilometer lang ist diese Etappe. Nach den ersten 22 Kilometern gibt es schon eine Herberge, und zwar in Zubiri. Hier gibt es auch einen Laden, um den Proviant wieder aufzufüllen. In Larrasoana erwartet die Wanderer eine schöne Herberge, in der man auch selbst kochen und gemeinsam essen kann.

Die dritte Tagesetappe: Larrasoana bis Pamplona

Nach zwei ersten langen Wandertagen bietet sich der dritte Tag auf dem Jakobsweg für eine kürzere Etappe an. Rund 15 Kilometer sind es bis Pamplona. Und in dieser Stadt sollte man auf jeden Fall Halt machen. Der Weg ist noch ebener und leichter zu gehen als an den beiden Tagen zuvor – eine echte Erholung nach dem schweren Einstieg. So bleibt in Pamplona noch genug Zeit und Energie, die Stadt zu erkunden. Auf dem Weg nach Pamplona erreicht man nach 11 Kilometern das Dorf Trinidad de Arre. Auch hier gibt es schon eine Herberge.

Pamplona ist die erste große Stadt, die Pilger erreichen. Hier gibt es gut sortierte Supermärkte, Restaurants, Bars und natürlich Apotheken, falls man Blasenpflaster, Fußcreme oder ähnliches nach den ersten drei Wandertagen braucht. In Pamplona gibt es verschiedene Herbergen. Darunter ist auch die modern ausgestatte städtische Herberge in der Kirche Jesus y Maria. Hier gibt es sogar Waschmaschinen. Die Herberge ist zwar recht neu eingerichtet, aber in den großen Räumen hört man viel von den anderen Pilgern. Besonders in dieser Herberge ist man froh über ein Paar Ohropax in der Nacht.

Auf dem Weg von Larasoana nach Pamplona (Foto: Eva Klassen)

Pamplona entdecken

Die städtische Herberge liegt sehr zentral, von dort aus ist der Weg zu Sehenswürdigkeiten oder Restaurants nicht weit. In Pamplona angekommen sollte man nach der Wanderung zunächst ein Nickerchen in der Herberge machen und dann noch einmal das Stadtleben genießen. In Pamplona gibt es eine Kathedrale, ein altes Rathaus, einen historischen Platz und natürlich die Stierkampfarena.

Das Eingangstor der Stadt, durch welches jedes Jahr zum San Fermin die Stiere rennen (Foto: Eva Klassen)

Vom 6. bis 14. Juli gibt es ein besonderes Fest in Pamplona: San Fermin. Es wird zu Ehren des Patrons von Navarra veranstaltet. Bei diesem Fest werden Stiere durch die Stadt gejagt. Das moralisch nicht ganz einwandfreie Fest zieht viele Besucher an. Für Pilger ist das Spektakel aber nicht zu empfehlen. Nach einer langen Wanderung sehnt man sich doch nach etwas mehr Ruhe. Lieber wandert man während dieser Veranstaltung 5 Kilometer weiter bis zur nächsten Herberge.

Begrüßungsschilder heißen die Pilger in Pamplona willkommen (Foto: Eva Klassen)

Fazit

Ungefähr 730 Kilometer fehlen von Pamplona bis Santiago de Compostela noch. Rund 70 liegen schon hinter den Pilgern. Allmählich gewöhnt man sich an die körperliche Belastung, an das frühe Aufstehen und an das Pilgerleben mit nur dem nötigsten Gepäck aber vielen interessanten und bereichernden Begegnungen mit Pilgern aus der ganzen Welt.

Text: Eva Klassen

Praktische Infos und Herbergen

Saint-Jean-Pied-de-Port:

Office de Tourisme
14 Place Charles de Gaulle
64220 Saint-Jean-Pied-de-Port
www.saint-jean-pied-de-port.com

Pilgerbüro Accueil Saint Jacques
39 Rue de la Citadelle
64220 Saint-Jean-Pied-de-Port
+33 559 37 09
www.auccoeurduchemin.org

L'Esprit du Chemin

40, Rue de la Citadelle
64220 Saint-Jean-Pied-de-Port
+33 559 37 24 68
info@espritduchemin.org

Le Chemin Vers d'Etoiles
21, Rue d'Espagne
64220 Saint-Jean-Pied-de-Port
+33 559 37 20 71
gite@bonhomme.net

Refuge Esponda
Place du Trinquet
64220 Saint-Jean-Pied-de-Port
+33 67 90 75 25 2
jeanmarie.mailharro@wanadoo.fr

Huntto:

Ithurburia
+33 559 37 11 17
www.ithurburia.com

Orisson:

Refuge Orisson
BP 90013
64220 Unart-Cize
+33 559 49 13 03
www.refuge-orisson.com

Roncesvalles:

Casa de Beneficiados
31650 Orrega-Roncesvalles
+34 948 76 01 05
www.casadebeneficiados.com

Posada de Roncesvalles
+34 948 76 02 25
www.laposadaderoncesvalles.com

Casa Sabina
+34 948 76 00 12
casasabina@gmail.com
www.casasabina.es

Pamplona:

Casa Paderborn
Playa de Caparroso, 6
31014 Pamplona
+34 948 21 17 12

Jesús y María
Compañia, 4
+34 662 57 07 16

Hostel Hemingway
Amaya, 26
+34 948 98 38 84
info@hostelhemingway.com
www.hostelhemingway.com

1 Kommentar

Seite 1 von 1 1

#1 Peter Schumann schrieb am 03.10.2011 15:47

Mit großem Vergnügen bin ich dieser Schilderung der ersten drei Etappen des französischen Weges gefolgt. Im Jahre 2007 ging ich "meinen" Jakobsweg, doch der begann an der Mittelmeerküste und führte immer am Ufer des Ebro entlang nach Logroño. Da habe ich also die ersten Etappen verpaßt, die von der französischen Grenze her über Pamplona nach Logroño führen. Durch die Lektüre solcher Beschreibungen versuche ich nun nachzuvollziehen, was diese Wegstrecken charakterisiert.

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